Vor der Bundestagswahl 2021 hieß es, dass die nächste deutsche Regierung, die letzte sei, die den Klimawandel noch aufhalten könnte. Ob Deutschlands Rolle in der Welt hier nicht arg überhöht wird, lassen wir mal dahingestellt. 2017 ließ die FDP die Gespräche rund um eine Koalition platzen mit dem Hinweis, es wäre besser nicht zu reagieren als falsch. Ähnlich argumentiert nun die DIW Wissenschaftlerin Professor Claudia Kemfert auf Twitter.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

Wir können eigentlich etwas beruhigt sein, denn wenn die Grünen lieber weitere 4 Jahre in die Opposition gehen möchten, statt Teil einer Regierung zu sein, kann es um das Nummer 1 Thema der Grünen ”Klima” ja nicht so schlecht bestellt sein. Vielleicht ist das aber auch nur Säbelrasseln, weil die Grünen offenbar mit den eigenen Verhandlungsergebnissen unzufrieden sind?

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Olaf Scholz und die Klimahölle
Über den Hungerstreik einiger Aktivisten wegen des CO2 Anstiegs vor der Wahl hatten wir Anfang September 2021 berichtet. Die Teilnehmer an dem Streik forderten Gespräche mit den Parteien und verbindliche Zusagen. Das kam vor der Wahl nicht zustande, aber der SPD-Kanzlerkandidat Scholz traf sich jetzt wie versprochen zu dem zugesagten Gespräch mit den Aktivisten. Die Welt hat einen Artikel dazu (Bezahlschranke).

Es lief offenbar anders als Scholz es erwartet hatte. Nun ist jemand wie Scholz nicht sehr schnell aus der Ruhe zu bringen, die Aktivisten schafften es aber dennoch. Denn, was sie als Gespräch bezeichneten waren Monologe und eine einzige Anklage. Das Gespräch wurde “moderiert” von Sara Schurman, über die wir an verschiedenen Stellen auch schon berichtet haben. Somit war klar, dass es ein Scholz-gegen-alle-Event wird. Und so war es dann auch. Scholz konnte kaum einen Gedanken zu Ende formulieren, ohne, dass er unterbrochen wurde. Am Ende wurde es ihn dann auch etwas zu bunt und das will bei einem Stoiker wie ihm schon etwas bedeuten.

Vor allem konsternierte ihn als die Aktivisten ihm klarmachten, dass er das Ende einer möglichen Koalition ohnehin nicht mehr erleben werden, weil in bereits 3-4 Jahren die Welt untergeht. Olaf Scholz führe Deutschland und ganz besonders die Aktivisten in die Klimahölle. Ob nach diesem “Vorführen” solche Gespräche erneut geführt werden, erscheint eher unwahrscheinlich, denn am Ende stand ein Ultimatum.

“Die Aktivisten forderten von Scholz eine Agrarwende und eine Abkehr von der Wegwerfgesellschaft. „Wenn Sie bis Ende des Jahres darauf nicht eingehen, werden wir Deutschland zum Stillstand bringen“, kündigte Jeschke an. Und seine Mitstreiterin erklärte, sie sei bereit, dafür ins Gefängnis zu gehen.”

(Abbildung: Screenshot Welt.de)

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Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose


Das nennt man wohl Gottvertrauen. Einer der bedingungslosen Windkraftbefürworter, Stefan Holzheu, verblüfft auf Twitter. Dem Mann ist offenbar schon bewusst, dass in der Nacht die Sonne nicht scheint und sehr oft auch der Wind nicht weht. Diese Erkenntnis ist schon mal gut. Aber das wäre seiner Meinung nach alles kein Problem, Strom käme dennoch aus der Steckdose. Das ist in etwas so als wenn man sagt: Milch ist im Supermarkt zu kaufen und man daher Landwirte eigentlich nicht braucht.

Es ist eine Replik auf einen Tweet des FDP-Politikers Neumann, der sich eine mal wieder kritische Situation mit wenig Strom aus Grünen Quellen vornahm. Auf 23% Anteil kamen diese Quellen zu einem Stichzeitpunkt und wenn man Biomasse noch herausrechnet, geht der Anteil auf deutlich unter 20%. Den Großteil des Stroms lieferten zum Zeitpunkt: Kernenergie, Kohle und Erdgas. Aus den beiden ersten will Deutschland aussteigen, beim dann noch verbleibenden Erdgas, was Leute wie Holzheu ansonsten vehement bekämpfen, liegt die Kapazität bei aktuell 30,5 GW. Das wird aber nicht ausreichen, um die Lücken, die Wind und Solar hinterlassen aufzufüllen. Es wäre schon viel gewonnen, wenn die Energiewende-Freaks den Zusammenhang zwischen den Grünen Stromquellen und Gas erkennen. Es wird die einzige Backup-Technologie bleiben, die Deutschland selber noch hat. Strom-Importe mal außen vor.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

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Der milde Harald Lesch


Bei Spektrum.de gibt es ein Gespräch mit Harald Lesch und Hartmut Zohm zu sehen. Zohm ist Direktor für Plasmaphysik am Max-Plank-Institut und wenn man so will einer der wichtigsten Forscher in Sachen Kernfusion in Deutschland. Anders als in seinen sonstigen Videos gibt sich Lesch hier bei der Kernfusion deutlich zurückhaltender. Sonst ist sein Credo in Sachen Kernfusion ja immer: dauert zu lange, verschiebt sich permanent, funktioniert nur in der Theorie. Aber auch sonst ist das Video sehr interessant, weil Lesch bei ca. 10:50 Minute kurz zusammenfasst, dass Deutschland seinen gesamten Energiebedarf niemals aus Erneuerbaren Energien wird beziehen können. Oha!

Lesch verweist auf ein neues Buch, das er mit den hier auch schon erwähnten Wissenschaftlern Gaukel und Holler herausgegeben hat. Seiner Meinung nach braucht Deutschland zukünftig gewaltige Kraftanstrengungen, jede Menge ”Windpower”, Solarflächen und vor allem viel Biomasse. Die besagte Biomasse sollte in Bezug auf Fläche sehr kritisch gesehen werden. Deutschland braucht rechnerisch jetzt schon Importe, um seine Bevölkerung zu ernähren.

Jeder Hektar, der hier aus der Landwirtschaft im Sinne von Nahrungsmittel herausgenommen wird, muss an anderer Stelle ”entstehen”. Wir verlagern das Problem also nur ins Ausland, wenn wir hier mehr Fläche für Energiepflanzen vorsehen. Ein Streitgespräch zwischen Lesch und Zohm ist es jedenfalls nicht, zwei Männer nicken sich eher wohlwollend zu und Lesch traut sich nicht zu sagen, was er wirklich von der Kernfusion hält.

(Abbildung: Screenshot Spektrum.de)

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