Indien will bis 2070 klimaneutral werden. Wie die Tagesschau berichtet, hat das Land nun seine Pläne in Glasgow anlässlich der Klimakonferenz bekanntgegeben. Nun ist auch klar, wer das bezahlen soll: die reichen Länder.

Indiens Premierminister Modi hat auch gleich eine Zahl bereit: 1 Billion! Dollar und das bitte so schnell wie möglich.

Noch einmal Tagesschau: die Inselgruppe Palau kritisiert, dass sie wegen des zu erwartenden Meeresspiegels Anstieg der Zukunft beraubt wird. Nicht alle Inselstaaten scheinen diese Ansicht zu teilen.

Die Malediven eröffneten 4 neue Flughäfen, diese sind für Touristen gedacht und keineswegs, um die Inselbewohner zu evakuieren.

Israel hatte im Vorfeld der Klimakonferenz den Klimawandel zu einer Angelegenheit nationaler Sicherheit erklärt, wie die ZEIT berichtete. Auf 400 Flüge wird die Zahl der Privatjet-Flüge zum Klimagipfel in Glasgow laut RND geschätzt.

Das wäre in etwa so, als wenn man zur Benefizveranstaltung der Anonymen Alkoholiker angetrunken und mit einem Vorrat an Schnaps erscheint.

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Jeff Bezos (Amazon) plant laut T-online eine private Weltraumstation. Wir gehen davon aus, dass sämtliche Komponenten nachhaltig produziert werden und die Raketen zum Transport der Bauteile und des Personals klimafreundliche Antriebe haben.

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Das Redaktionsnetzwerk Deutschland beschäftigt sich mit den Energiepreisen in Deutschland:

Zitternd in den Winter: Wie der Energiepreisschock Verbraucher und Firmen belastet.

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Schilda ist überall! Ein Solarparkbetreiber möchte laut einer Meldung in den Lübecker Nachrichten (Bezahlschranke) in der Nähe der Stadt Bad Oldesloe einen Solarpark errichten. Er stellt die Pläne der Stadt vor und dort (hier muss man die Grünen in der Vertretung ausdrücklich loben!) stellt sich heraus, dass der produzierte Strom gar nicht abgeführt werden kann. Es bedarf eines zusätzlichen Trafos, der aber mal eben 2 Millionen Euro kostet. Der Betreiber hatte lediglich eine Anfrage beim Netzbetreiber gestellt, aber noch keine Zusagen zum Einspeisen bekommen. Die Grünen in der Vertretung haben den Investor darauf hingewiesen. Ob sich die Anlage, die immerhin auf 19 Hektar Fläche stehen soll, dann immer noch rechnet, will der Betreiber nun prüfen.

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Eine Analyse der Universität Hamburg sieht Zielkonflikte bei den EU-Zielen hinsichtlich der Kohlenstoffsenken durch Aufforstung. Nach Meinung der Wissenschaftler hat die EU offenbar “vergessen”, dass aus Holz hergestellte Produkte solche aus Kunststoff ersetzen können und somit ganz anders in die Rechnung eingehen. Für die Wissenschaftler ist die Bewirtschaftung  von Wäldern (also die Entnahme von Bäumen) nach wie vor notwendig.

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Laut  Welt (Bezahlschranke) bildet sich in Europa eine neue Achse für Kernenergie zwischen Frankreich und Polen. Deutschland wird dadurch ins Abseits gedrückt. Thematisch dazu passend und ebenfalls in der Welt (Bezahlschranke) die Annahme, dass es eine Art Deal zwischen Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron in Sachen Kernenergie gegeben hat. Das betrifft vor allen Dingen die Sicht in der EU in Sachen Kernenergie.

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Die galoppierenden Rohstoff- und Energiepreise werden nach Meinung von Stefan Frank bei Achgut auch Auswirkungen auf den Bereich der Erneuerbaren Energien haben.

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Der Focus nimmt sich des Themas Kohleausstieg an. Ganz besonders die Situation in Ostdeutschland wird betrachtet.

“Professor Claudia Kemfert vom DIW zu FOCUS Online: „Der Strukturwandel muss man so schnell wie möglich angehen. Vieles wird ja auch schon angeschoben. Je schneller wir den Kohleausstieg abschließen und mehr erneuerbare Energien ausbauen, desto mehr Chancen ergeben sich auch und gerade für die betroffenen Regionen.“ Kemfert lässt jedoch offen, wie das genau geschehen soll.

Für Malte Küper vom IW gelte es, „die Regionen und Beschäftigten in diesem Bereich zu unterstützen“ und den „Unternehmen mit Bezug zur Kohlenutzung vor Ort – z.B. die Stahlindustrie – bei dem Umstieg auf Erneuerbare Energieträger zu helfen“. Auch Wasserstoff könne eine Chance bieten, so Küper.

Konkret werden beide Institute jedoch nicht. Es ist scheinbar für die Wissenschaft einfacher, mit ausgeklügelten Excel-Formeln den deutschen Kraftwerkspark neu zu ordnen, als wegfallende Jobs in einer strukturschwachen Region zu kompensieren.”

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Das Handelsblatt (Bezahlschranke) über Bill Gates seine Einschätzung des zukünftigen Energiebedarfs und dass dieser auch mit Kernenergie gedeckt werden sollte.

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Die Verkehrswende bringt ganz neue Herausforderungen für Feuerwehren. Erst im Sommer brannten in einem Busdepot in Hannover insgesamt 8 Busse ab, davon 5 Elektrobusse. Es muss davon ausgegangen werden, dass der Brand durch die Elektrobusse entstand. Feuerwehren können eigentlich fast nichts machen, wenn ein Elektrofahrzeug brennt. Sie können allenfalls kühlen. Momentan behelfen sich verschiedene Kreise in Deutschland mit Löschcontainern.

In solche Container muss ein brennendes Fahrzeug versenkt werden, um einen Brand zu löschen. Dazu braucht man einen Spezialkran und etwa 10.000 Liter Wasser, die danach kontaminiert sind und entsorgt werden müssen. Die Frage ist, ob sich bei zunehmendem Bestand an E-Fahrzeugen auch die Zahl der Brände erhöht und welche Auswirkungen das auf Versicherungsprämien der E-Fahrzeuge hat?

Auch Solar ist ein Problem für Feuerwehren. Sie müssen Abstand beim Löschen halten, weil Wasser und noch viel mehr Löschschaum Strom leiten kann. Das Feuerwehrmagazin hat einen entsprechenden Artikel zu dem Thema.

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Der Express aus Österreich hat einen Artikel zur Deutschen Energiewende. Dabei greift der Artikel auf einen anderen Artikel bei Eifelon aus dem Jahr 2020 zurück, den wir bereits thematisiert hatten. Darin äußert sich der Physik Professor Kobe in einem Interview. Es steht und fällt für ihn mit den Speichern und die müssten gigantisch sein, um die Schwankungen durch die Erneuerbaren Energien auszugleichen. Diese Speicher gibt es weder, noch sind die bezahlbar und es nicht einmal klar, ob überhaupt genügend Rohstoffe dafür zur Verfügung stehen.

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Was hier so aussieht wie Herbstlaub ist eine Darstellung der CO2 Emissionen der letzten 12 Monate in Europa. Der Twitternutzer Phiphou hat sie auf Basis von Werten bei Electricitymap zusammengestellt. Deutschland liegt auf Rang 12 von insgesamt 15 Ländern. Es ist allerdings anzunehmen, dass auch dieser Rang verloren gehen könnte, wenn weitere 3 Kernkraftwerke außer Betrieb gehen am Ende des Jahres 2021.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

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Alex Reichmuth am 25.10.2021 im Nebelspalter:

Der Weg der Schweiz in die Stromlücke – eine Chronologie des Versagens

Der Bundespräsident warnt vor zu wenig Elektrizität. Die Wirtschaftsunternehmen müssen sich gegen Strommangel wappnen. Dabei war die Schweiz einst stolz auf ihre sichere Stromversorgung. Vollmundige Versprechen, falsche Expertise und feiges Schweigen sind die Gründe, dass es soweit kommen konnte.

Weiterlesen im Nebelspalter

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Der Green Climate Fund sollte ursprünglich jedes Jahr von den Industrieländern mit 100 Milliarden Dollar gefüllt werden, um Klimaschäden und Klimaprojekte in Entwicklungsländern zu bezahlen. So richtig gut hat das bisher nicht geklappt. Was musste Deutschland bisher bezahlen?

deutscheklimafinanzierung.de:

Finanzierungsumfang und der Beitrag Deutschlands

Der GEF wurde für die siebte Phase von den Geberländern mit 4,1 Milliarden US-Dollar ausgestattet. Deutschlands zugesagter Beitrag für die Klimafinanzierung beläuft sich auf etwa 500 Millionen US-Dollar. Damit befindet sich Deutschland für diesen Zeitraum absolut gesehen nach Japan der zweitgrößte Geber. (Stand: Juli 2021)


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