Man nennt so etwas “mit Ansage”.

Schon mehrfach wurde hier das Thema Versorgungslücke angesprochen. Momentan sorgt die sich abzeichnende Lücke beim Strom für galoppierende Strompreise und die sind sowohl für Verbraucher als auch Industrie und Gewerbe ein echtes Problem.

Die Tagesschau beleuchtet das Thema, allerdings zitiert man dort Jürgen Karl von der Uni Nürnberg-Erlangen. Und der benutzt die lustige Henne/Ei Argumentation.

 “Der Preisanstieg stehe im direkten Zusammenhang mit dem zögerlichen Ausbau der erneuerbaren Energien, erklärt Jürgen Karl von der Universität Nürnberg-Erlangen. Denn um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten, müssen bei zu wenig grünem Strom konventionelle, fossile Kraftwerke die Versorgungslücke ausgleichen. „Solange wir so wenig erneuerbare Energien bereitstellen können, ist es einfach so, dass teure Gaskraftwerke, sogar Ölkraftwerke zunehmend eingesetzt werden müssen“, sagt Karl. „Je öfter wir diese teuren Gaskraftwerke einsetzen müssen, desto teurer ist der Strompreis.“”

Wir schauen besser auf die Zahlen und die sind eindeutig. Ruhiges Hochdruckwetter bestimmt seit einigen Tagen das Wetter in Deutschland. Am 08.10.2021 um 08:00 Uhr war die Sonne in vielen Teilen Deutschlands noch hinter dichtem Nebel, weil die klaren Nächte für morgendlichen Nebel sorgen. 4 GW Leistung erbrachte der Windstrom, 842 MW war die Solarstrom-Leistung. Wollte man rein rechnerisch den Kohleanteil durch Wind bei gleichen Wetterbedingungen ersetzen, bräuchte man mehr Windkraft mit einem Faktor von 7. Gas und Kohle würden sogar einen Faktor von 9 ausmachen. Viel weniger Wind darf es dann allerdings nicht sein. Andernfalls wäre noch mehr Kapazität nötig.

Hier wird also durch Kohle oder Gas nicht verstopft, auch wenn das ein beliebtes Argument ist. Es kommt schlicht zu wenig an Leistung bei den Grünen Stromquellen.

Mehr vom Gleichen löst das Problem nicht, weil kaum vorstellbar ist, dass Deutschland mit 300.000 oder mehr Windkraftanlagen bestückt werden kann.

(Abbildung: Screenshot Electricitymap.org)

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Die Deutsche Energieagentur (Dena) hat eine Leitstudie zum Thema Dekarbonisierung herausgegeben. In Kurzform: Es wird teuer, sehr sehr teuer. Daniel Wetzel von der Welt berichtet über die Studie, die 84 Maßnahmen vorschlägt.

Kein gutes Zeugnis stellt die Studie der Umweltministerin Schulze von der SPD aus:

“Und das ist ganz konkret gemeint: Das zentrale Instrument der Bundesregierung, das im Hause von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) erstellte Klimaschutzgesetz (KSG) wird von der Expertengruppe als untauglich angesehen.

Das Gesetz schreibt jedem einzelnen Wirtschaftssektor in Deutschland jahresscharf Emissionshöchstmengen vor. Bei Überschreitung sind die zuständigen Fachminister verpflichtet, unmittelbar wirkende „Sofortmaßnahmen“ zur CO2-Einsparung in diesem Sektor zu verhängen. Ein Ansatz, der laut Dena-Studie nicht durchzuhalten ist.”

Zum Artikel geht es hier entlang. Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) rechnet mit immensen Kosten.

5 Billionen Euro müssten investiert werden, um Deutschland 2045 klimaneutral zu machen.

Der entsprechende Artikel steht bei der Tagesschau.

Stichwort teurer: auch die Netzentgelte werden in naher Zukunft steigen. Weiterlesen bei Stromreport.de.

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Das afrikanische Land Ghana plant den Einstieg in die Kernenergie. Weiterlesen hier.

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“Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz in Bonn hat deswegen in seiner aktuellen Übersicht die Wahrscheinlichkeit, dass in Deutschland eine durch einen Stromausfall verursachte Katastrophe eintritt, höher als jede andere Gefahr bewertet.”

Dieses Zitat stammt aus einem Artikel aus dem Focus. Er beschäftigt sich mit den Gefahren eines Blackouts in Deutschland.

Gut gerüstet für den Stromausfall

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Auf dem Klimaticket reisen viele Menschen mit ganz anderen Interessen mit. T-Online mutmaßt über einen Freund der Klima-Aktivistin Greta Thunberg, der sich als Sympathisant eines Palästinenser Staats zu erkennen gibt.

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“Die Hypothese, dass der Mensch das Klima verändert, brachte die Klimaforschung auf den Gedanken, ihm ein neues Verhalten vorzuschreiben. Kritischer Blick auf den Erfolg eines Faches.”

10 Jahre ist ein Meinungsartikel von Hans von Storch aus der FAZ mittlerweile alt. An der Gültigkeit der Aussagen hat sich aber wenig geändert. Von Storch ging seinerzeit übrigens auch auf Klaus Hasselmann ein, der ja wie bekannt den Physik-Nobelpreis im Jahr 2021 gewann.

“Und zu dieser Wahrheit gehörte die moralische Verpflichtung des Aufrüttelns. Das taten wir, auch wenn wir dann und wann über das Ziel hinausschossen, etwa wenn wir den Peak der Sturmtätigkeit Anfang der neunziger Jahre voreilig zum Beleg für den menschgemachten Klimawandel ausriefen und uns mit verschlüsselten Hinweisen in den Medien interessant machten, wonach dieses oder jene Extremereignis zwar nicht nachweisbar auf den Klimawandel zurückgehe, de facto aber jeder wisse, dass es doch so sei.”

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Erneut leer ausgegangen beim diesjährigen Friedensnobelpreis ist die schwedische Klima-Aktivistin Greta. Vermutlich sehr zum Ärger ihrer Anhänger entschied sich das norwegische Nobelkomitee für Journalisten aus Russland und von den Philippinen.

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“Was erlauben sich diese Jungwähler?”
Das fragt FAZ-Kommentator Michael Hanfeld. Besagte Jungwähler haben wie berichtet nicht die Grünen am häufigsten gewählt, sondern die FDP. Das mag beim medialen Rückenwind für die Grünen tatsächlich überraschen.

“Wer die Liberalen gewählt hat, setzt das Zeichen, dass nicht alle zur „Generation Greta“ gehören und mit „Fridays for Future“ oder dem blauhaarigen CDU-Zerstörer auf Youtube verrechnet werden wollen. Für die Grünen, die einem erscheinen wie die alte CDU und sich offenbar gar nicht vorstellen können, dass Jüngere sie nicht wählen, ist das ein Schock, auf den sie mit Verdrängung reagieren.”

Man kann es auch wie Sebastian Hotz aus der Redaktion des ZDF-Magazins Royal machen und direkt zur Beschimpfung dieser Jungwähler übergehen.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

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Ein geplantes Flüssiggas-Terminal in Rostock wird nun doch nicht gebraucht. Es hätte Schiffe und LKW mit Flüssiggas versorgen sollen. Die taz berichtete.

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