ARD Presseclub: „Das 1,5 Grad Ziel im Klimaschutz ist nicht relevant“. Damit hier keine Missverständnisse aufkommen, gesagt hat das im ARD Presseclub die Zeit-Journalistin Pinzler. Sie meinte damit aber nicht, dass wir keine Ziele brauchen, sondern hält die Marke jetzt bereits für überholt. Über die Sendung des Presseclubs haben wir hier berichtet, auch über die Aufregung im Vorfeld.

Im „Presseclub“ der ARD diskutierten Alina Schadwinkel („Spektrum der Wissenschaft“), Axel Bojanowski (WELT), Petra Pinzler („Die Zeit") und Bernhard Pötter („Taz") über Klima-Themen

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Ausbau der Meereswindparks in Deutschland steht still. Weiterlesen bei der Tagesschau.

Fertig produzierte Gondeln für Windkraftanlagen lagern auf dem Werksgelände von Siemens Gamesa in Cuxhaven. | picture alliance / Fotostand

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Amerikas grünes Dilemma. Darüber berichtet die Welt. Konkret geht es darum, dass die USA die OPEC und Russland bitten, die Fördermengen zu erhöhen, damit der Ölpreis nicht weiter steigt.

“”Fossile Brennstoffe sind nach wie vor das Lebenselixier unserer Nation“, sagt Mark J. Perry, Ökonom der Washingtoner Denkfabrik American Enterprise Institute. „Und sie werden noch viele Jahrzehnte lang die wichtigsten Energiequellen bleiben.“ Die Politik der Regierung Biden, die darauf abziele, die Öl- und Gasproduktion zu erschweren, sei „Realitätsverweigerung“ und setze die US-Wirtschaft einem hohen Risiko aus.”

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Klassischer Zielkonflikt. Das südamerikanische Land Guyana hat Ölvorkommen, die es erschließen möchte.

“Die Regierung will die Chance auf Wohlstand und Fortschritt trotz des Klimawandels nicht ungenutzt lassen. Welche Industrienation tue das, fragt der Minister. „Die Nachfrage für Öl wird nicht ewig so weitergehen. Noch 20, vielleicht 30 Jahre, dann ist Öl womöglich aus der Mode. Wir müssen sicher gehen, dass wir genug aus unseren Ressourcen herausholen in dieser kurzen Zeit. Es ist nur fair, dass wir unser Land entwickeln können, so wie das andere Länder der Welt auch getan haben. Unsere Leute haben auch das Recht, ein besseres Leben zu genießen.“”

Zum Artikel bei der Tagesschau geht es hier lang.

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Christian Stöcker im Spiegel:

Klima Bericht: die Eltern sind noch lange nicht wütend genug.

Ob er damit meint, dass Deutschland nach Abschalten seiner letzten Kernkraftwerke demnächst auf die Einsparung von 70 Millionen Tonnen C02 verzichtet? Zur Kolumne bitte hier klicken.

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Deutschland braucht bis 2030 60 GW wetterunabhängige Leistung bei der Stromerzeugung. Das sagt ein Artikel bei Ingenieuer.de.

Die Erneuerbaren schaffen es nicht allein

Ohne massive Investitionen gehe es allerdings nicht, sagt Stefan Kapferer, Vorsitzender der Geschäftsführung des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz Transmission GmbH in Berlin. Nötig sei der Aufbau eines ganzen Kraftwerkparks auf Erdgasbasis. Im Zuge des Kohleausstieges gehe schließlich eine Erzeugungsleistung von 50 000 MW vom Netz. Diese könne durch einen verstärkten Zubau an Windenergie- und Solar-Anlagen nicht ersetzt werden, weil sie wetterbedingt an vielen Tagen des Jahres zu wenig oder zu viel Strom liefern. Am 10. August um 6:00 Uhr beispielsweise trugen Wind und Sonne gerade mal 17 % zur Stromerzeugung bei, Wärmekraftwerke 65 %. Den Rest teilten sich Wasser und Biomasse.

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Wasserstoff aus der Wüste – Das ist Europas neuer Energie-Plan.

„Der Flaschenhals der Energiewende ist der grüne Wasserstoff“, sagt Markus Pieper (CDU), der Sprecher des Parlamentskreises Mittelstand (PKM Europe) im Europäischen Parlament. „Wir können in Europa nicht die Mengen produzieren, die wir brauchen. Dazu müssten wir eine Fläche von der Größe Portugals mit Photovoltaik und Windkraftanlagen zupflastern.“

Zum Artikel in der Welt bitte diesem Link folgen.

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Wir stimmen Greta Thunberg von Fridays For Future (FFF) beim Hinweisen auf ein besonderes Problem sehr zu. Es geht um Fast-Fashion, also Textilien, die für sehr wenig Geld produziert werden und deswegen von den Käufern auch schnell entsorgt werden. Es ist das Gegenteil von Nachhaltigkeit. Die schwedische Aktivistin weißt in einem Modemagazin mit Fotos auf das Problem hin. Nun sollte man allerdings bedenken, dass gerade die Gruppe der jungen Menschen, die sich bei Fridays For Future engagieren, genau in die Zielgruppe von Fast-Fashion fallen. Es wäre für diese FFF Unterstützer recht einfach, die Konsumgewohnheiten zu ändern. Ob sie es auch machen oder eher auf die Politik und Regulierung warten? Die schwedische Aktivistin wurde übrigens gerade 18 Jahre alt. Bis auf gelegentliche Äußerungen auf Twitter oder die aktuelle Aktion ist es allerdings deutlich ruhiger geworden um Greta Thunberg.

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Wenn das Erich Honecker noch mitbekommen hätte…. Ein Teil der Zahlungen des Landes Brandenburg an Tesla stammen aus ehemaligem DDR-Vermögen.

“Sozialismus finanziert puren Kapitalismus

Das Geld stammt allerdings aus einer besonderen Quelle: Es handelt sich um altes DDR-Staatsvermögen. Ausgerechnet die Ansiedlung des neokapitalistischen Unternehmens Tesla, das sich bewusst gegen Betriebsräte und Gewerkschaften stellt, wird von den Überresten des Sozialismus in Ostdeutschland subventioniert.

Aus einer weiteren Antwort der Landesregierung, die dem „Business Insider“ vorliegt, geht hervor, dass die Tesla-Subventionen aus sogenannten „PMO-Mittel stammen“. Das sind Gelder, die aus den Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der DDR hervorgehen, die die SED-Regierung versuchte, auf ausländischen Konten noch zu verstecken. Noch immer sind nicht alle Vermögenswerte wieder in Deutschland.

Entdeckt Deutschland solche Vermögenswerte haben die neuen Bundesländer Anrecht darauf – wie sie diese verwenden, unterliegt aber festen Vorschriften. So dürfen diese etwa für Wirtschaftsförderungen mit Bezug zum Bundesland sowie kulturelle und soziale Zwecke verwendet werden.”

Weiterlesen bei T-Online

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Versicherungen sind ein Geschäft mit der Angst. Viel Angst bedeutet gute Geschäfte, weil viele Kunden dann eine Versicherung abschließen. Ein Profiteur davon scheint der Rückversicherer Münchener Re zu sein. Deren Geschäfte laufen blendend, es werden Rekordgewinne eingefahren. Sonst kennt man ja eher die Meldungen, dass es Rekordschäden durch Naturkatastrophen gibt und weniger die positiven Aspekte des Geschäfts mit der Angst. Seit Jahren gibt es eine enge Beziehung des Rückversicherers mit einigen Klimaforschern. Das scheint sich nun also auszuzahlen.

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The Sun am 11.8.2021:

Why do the poor always pick up the bill to be green?

THE Government is determined to make you get rid of your perfectly decent gas boiler and buy a special “green” contraption that costs up to ten times as much. And doesn’t generate much electricity.

I think the sort of thing they have in mind is powered by elves. They run around in a giant hamster wheel which you have to buy. You have to pay for the elves, too. Plus pensions.

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TE am 16.8.2021:

Klima-und Corona-Prognosen gehen in die Hosen

Mediensafari zur Bundestagswahl: wie die Lauterbachisierung das öffentliche Klima kippt

In diesem Text geht es um die mediale Klimawahlkampfbegleitung, um die ständig weiter fortschreitende Lauterbachisierung der Öffentlichkeit – und die damit verbundene Ermüdung von immer mehr Bürgern.

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Bjorn Lomborg im WSJ am 5.8.2021:

Climate Change Doesn’t Cause All Disasters

Warming annually causes about 120,000 heat deaths but prevents nearly 300,000 cold deaths

Everybody talks about the weather, but nobody does anything about it. That old quip, often attributed to Mark Twain or his friend Charles Dudley Warner, now guides most news coverage of severe weather. The media say that natural disasters are a result of climate change and we need to adopt radical policies to combat them.

But this framing tells only a small part of what is scientifically known. Take the recent flooding in Germany and Belgium, which many, including German Chancellor Angela Merkel, are blaming on climate change. Yet a new study of more than 10,000 rivers around the world shows that most rivers now flood less. What used to be a 50-year flood in the 1970s happens every 152 years today, likely due to urbanization, flood-control measures, and changes in climate.

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Gabor Steingart am 21.7.2021 im Focus:

Klima-Träume aus dem Romantik-Tal: Die 5 Irrtümer der deutschen Parteien

Ein nennenswerter Teil unserer Spitzenpolitiker wohnt im deutschen Romantik-Tal. Ein „klimaneutrales Deutschland“ verspricht die SPD. „Mit dem Klimaschutz-Sofortprogramm führen wir unser Land auf den 1,5-Grad-Pfad“, behaupten die Grünen. Die Union will da an Schwärmerei nicht hintenanstehen: „Wir setzen verbindlich die Treibhausgasneutralität Deutschlands bis 2045 um.“

Man kann diese Aussagen ehrgeizig nennen. Oder auch naiv. Oder, falls hier doch Vorsatz im Spiel sein sollte, auch als Fall von politischer Hochstapelei. Denn obwohl die Freunde einer nationalen Klimapolitik viel Wert auf ihre Nähe zur Wissenschaft legen – „Follow the Science“ – so ignorieren sie zugleich relevante Erkenntnisse der Wirtschaftswissenschaft.

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Ab Seite 24 geht es um historische Hochwasser-Ereignisse im Ahr-Gebiet. pdf ist hier.

Weitere Webseiten zum Thema hierhierhierhier und hier.

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