Sprit fressende SUV und Geländewagen sind laut einer Umfrage ausgerechnet bei Grünen-Wählern besonders beliebt. Dies ergab eine Untersuchung des Nürnberger Marktforschungsinstituts Puls, über die die FAZ berichtete.

Die Marktforscher der Beratungsfirma Puls wollten wissen, welche Verbindung zwischen politischen Vorlieben und präferierten Automarken besteht. Befragt wurden 1042 Personen, die in den nächsten 6 Monaten eine Autoanschaffung planen oder in den vergangenen 12 Monaten getätigt haben. Das überraschende Ergebnis ihrer noch unveröffentlichten Umfrage zu Automarken und Sonntagsfrage: Grünen-Wähler entscheiden sich derzeit am häufigsten für Geländewagen, also SUV, das Feindbild schlechthin für alle Klimaschützer.

Bekenntnisse zum Klimaschutz und ökologischer Fußabdruck widersprechen sich oft

Dass Bekenntnisse zum Klimaschutz und ökologischer Fußabdruck sich oft widersprechen, war bereits 2016 eine Erkenntnis des Bundesumweltamtes. Dies geht aus einer repräsentativen Erhebung von Pro-Kopf-Verbräuchen natürlicher Ressourcen in Deutschland nach Bevölkerungsgruppen hervor. Die Forscher kamen zu folgendem Ergebnis:

„Um den Ressourcenverbrauch und die Treibhausgasemissionen zu senken, reicht es nicht, an die Verantwortung gegenüber Umwelt und Mitmenschen zu appellieren oder auf mehr Aufklärung über die negativen Folgen des Konsums zu setzen: Hohe Ressourcenverbräuche und Treibhausgasemissionen finden sich gerade in den sozialen Milieus, die sich verbal zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bekennen und in denen positive Umwelteinstellungen sowie das Wissen weit verbreitet sind, dass ein sparsamer Umgang mit Ressourcen notwendig ist – nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes, sondern auch der intra- und intergenerationellen Gerechtigkeit.“

Grünes Status-Denken

Höhere Kosten können grüne SUV-Käufer nicht abschrecken. Sie haben Geld. Und der CO2-Aufschlag bei der Kfz-Steuer für Neuwagen bestärkt sie in ihrem Status und verdrängt zugleich einen großen Teil der Bevölkerung weg von der Straße in den öffentlichen Personenverkehr.

Grüne sind extrem moralisch, wenn es um das angeblich böse CO2 geht. Zu diesem Zweck lässt der WDR seinen Kinderchor das „Oma-Lied“ singen. Eine der Strophen lautet: „Meine Oma fährt im SUV beim Arzt vor, überfährt dabei zwei Opis mit Rollator. Meine Oma ist ne alte Umweltsau!“

Das grüne Ziel lautet: die Verkehrsemissionen werden gesenkt, indem der Absatz verbrauchsarmer Pkw forciert wird.

Der erste Schritt ist getan. Wenn ein Neuwagen mehr als 115 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer (g CO2/km) ausstößt, wird für ihn seit 1. Januar 2021 eine höhere Kfz-Steuer fällig. Das betrifft zunächst nur Neuzulassungen.

Für Autos mit hohem CO2-Ausstoß steigt laut Autobild die Steuer also stark an. Ein Porsche Macan mit 280 g/km CO2-Emission kostet 230 Euro mehr als bislang.

SUV-Boom hält an

Fast eine Million neue SUV kamen im Jahr 2020 neu auf unsere Straßen. Es werden immer mehr. Zwar wurde 2020 der SUV-Absatzrekord aus 2019 nicht nochmals übertroffen. Damals waren es noch über 1,1 Millionen SUV-Neuzulassungen. Doch auch die 927.843 SUV und Geländewagen (Gesamtzahl der Pkw-Neuzulassungen 2020: 2,92 Millionen) sind ziemlich wuchtig, nahezu jeder dritte Neuwagen in Deutschland gehörte damit im vergangenen Jahr zur Hochbeiner-Fraktion. Der weltweite SUV-Boom führt dazu, dass die Hersteller immer noch mehr in dieses Segment pushen und dafür teilweise sogar normale Pkw-Baureihen opfern, jüngstes Beispiel ist die angekündigte Beerdigung des Ford Mondeo, der durch ein Crossover-Modell ersetzt wird.

Die Statistik (Statista) zeigt den Pkw-Bestand im Segment SUVs in Deutschland in den Jahren 2012 bis 2021. Am 1. Januar 2021 waren in Deutschland rund 4,3 Millionen Personenkraftwagen aus dem SUV-Segment registriert.

Anzahl der SUVs in Deutschland von 2012 bis 2021
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/741160/umfrage/pkw-bestand-in-deutschland-im-segment-suvs/

via Ruhrkultour

Mai 23, 2021