Umweltverbände wie der Nabu sind manchmal wie Dr. Jeckyll und Mr. Hyde. Einerseits propagieren sie die Energie- und Verkehrswende, gehen dabei auch über Tierleichen, andererseits klagt der Nabu gerade gegen Tesla und deren Probebetrieb in Grünheide bei Berlin. Weil das mit dem Verfassungsgericht im Frühjahr 2021 schon so super gelaufen ist, geht es wieder diesen Weg. Weiterlesen hier.

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Die Meereissituation im antarktischen Weddellmeer wird beim Meereisportal beschrieben, mit der klaren Erwartung, dass dieses Eis auch zurückgehen wird (was es bis jetzt aber nicht macht). Das war jedenfalls das erhoffte Ziel einer Expedition in diesem Jahr.

“Während das arktische Meereis immer weiter abnimmt, zeigt ein Blick gen Südozean ein anderes Bild: Die Meereisausdehnung nahm in den vergangenen Jahren und Dekaden leicht zu – wenn auch klar erkennbar mit deutlichen zwischenjährlichen Schwankungen und großen regionalen Unterschieden. Dennoch ist zu erwarten, dass sich dieser Zustand auch im eisbedeckten Südpolarmeer ändern wird und wir zukünftig auch hier über einen Rückzug des antarktischen Meereises berichten werden. Bis es soweit ist, ist es daher um so wichtiger zu verstehen, was der Ist-Zustand vor der Veränderung ist – und ob es nicht doch bereits kleine Veränderungen im Meereis-System im Vergleich zu vor 20 oder 30 Jahren gibt.”

Die Entwicklung Juli 2021 liegt am oberen Ende des Mittelwertkorridors.

Zum Bericht über die Reise in die Antarktis bitte hier lang.

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Nanu, Claus Kleber kritisiert Journalisten für Klima-Aktivismus? Doch doch, offenbar macht er genau das. Der Nordkurier berichtete. Ob Kleber damit seinen ZDF-Kollegen Lesch meinte? Der hatte am 20.07.2021 im Rahmen eines Themenabends eine Sondersendung zum Thema Hochwasser. Das war sehr interessant, weil sich die Redaktion der Sendung offenbar doch nicht ganz sicher war, ob der mäandernde Polarstream für das Tiefdruckgebiet mit dem Starkregen im Westen Deutschlands verantwortlich war. Zwar wurde die Entstehung des Streams anschaulich erklärt, dann aber im Offtext ein Konjunktiv (könnte) benutzt.

Ob der Grund war, dass immer mehr Experten feststellen, dass der Polarstream zum Zeitpunkt des Eindrehens des Tiefdruckgebiets über dem Westen von Deutschland stabil von Island nach Skandinavien strömte und somit weit weit weg war? Lesch nahm sich nach dem eigentlichen Ende der Sendung noch einmal Zeit für einen sogenannten Rant. Er schimpfte kräftig über das Wort Klimawandel. Stattdessen sollten wir alle besser immer die Klimakatastrophe benutzen. Kleber dürften die Ohren geklingelt haben.

(Abbildung: Screenshot ZDF-Mediathek)

An dem Abend ging es im ZDF weiter. Markus Lanz lud zu zwei Runden ein. Gast war auch Axel Bojanowski von der Welt. Es wirkte fast ein wenig so, als wenn der ebenfalls eingeladenen ARD-Meteorologe Sven Plöger sich seine Worte in Anwesenheit des Wissenschaftsjournalisten deutlich besser überlegte als noch im Presseclub am Sonntag zuvor. Den Jetstream erwähnte er nur am Rande und man muss Sven Plöger zugutehalten, dass er vergleichsweise früh über die zu erwartenden Regenereignisse informierte. Lanz tauschte dann bis auf Bojanowski die Gäste für eine zweite Runde noch einmal komplett aus.

Wie gut, dass er blieb, denn wer weiß, wie es sonst gelaufen wäre. Der ebenfalls anwesende Dirk Steffens echauffierte sich nämlich gerade über die Politik und insbesondere Armin Laschet, da spielte die Redaktion eine Nachrichtensendung aus dem Jahre 1995 ein. Experten warnten die damalige Bundesumweltministerin Merkel, dass bei gleichbleibenden oder gar steigenden CO2 Emissionen in 25 Jahren alles zu spät sei für das Klima. Diese Art von Deadlineismn kritisierte Axel Bojanowski dann sehr stark in seinen Ausführungen. Dirk Steffens widersprach nicht. Das Video von Leschs Kosmos ist noch bis 20.07.2026 in der ZDF-Mediathek abrufbar, die Lanz Sendungen noch bis 20.07.2022.

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Es ist kaum davon auszugehen, dass sich Nicolaus Blohme, Spiegel-Kolumnist und seine Kollegen von der Spiegel Wissenschaftsredaktion im echten Leben auf den Fluren des Verlages begegnen. Ansonsten könnte es zu Handgreiflichkeiten kommen nach der letzten Kolumne von Blohme: “Bitte nicht noch einen Fukushima-Moment“. Weiterlesen im Spiegel.

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Noch mehr Hintergründe zum Hochwasser und warum es das Ahrtal besonders betroffen hat gibt es bei Riffreporter. Sehr provokativ betitelt Michael Shellenberger seine Betrachtung über die Hochwasser-Ereignisse in Europa. “The Reason We’re So Shocked By Deadly Floods Is Because We’re So Good At Preventing Them”. In einem Artikel der Uni Leipzig geht es um das Thema Nutzung von Auen und warum wir eine gesellschaftliche Debatte darüber brauchen.

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Stoppt ein 100 Jahre altes Gesetz den Ausbau von Offshore-Windparks in den USA? Weiterlesen hier.

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Herbert Saurugg kommentiert bei Telepolis den Umbau der europäischen Stromwirtschaft. Warum der Umbruch der europäischen Stromversorgung gefährlich chaotisch verläuft.

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China startet den weltgrößten CO2 Emissionshandel. Der Artikel aus dem Handelsblatt steht hinter einer Bezahlschranke. Alternativ hat auch die FAZ darüber berichtet.

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Die Begehrlichkeiten der Windkraftindustrie endlich mehr Windräder in Wäldern aufstellen zu dürfen wächst. Der neueste Coup ist die Offerte an Waldbesitzer, dass sich die Anlagenbetreiber an den Kosten einer Auf- bzw. Umforstung beteiligen. Auf der Webseite Enertag Wind im Forst wird das Angebot beschrieben. Nicht erwähnt wird, dass jede Anlage eine Zuwegung braucht, die die nächsten Jahre auch immer freigehalten werden muss, insofern darf der Flächenverbrauch pro Anlage auf der Webseite schon mal kritisch hinterfragt werden. Erwähnt wird auch nicht, dass solche Zuwegungen Wälder zerschneiden und Auswirkungen auf Wasserkreisläufe haben können.
Am Ende des Tages ist überhaupt nicht klar, welche Auswirkungen Windkraftanlagen auf die Fauna und Flora eines Waldes haben.  

Der Beitrag Jetzt neu im Angebot: Zum Windrad gibt es etwas Wald dazu erschien zuerst auf Kalte Sonne.

via Kalte Sonne

 von Kalte Sonne