Der neue US-Präsident Biden lädt zum virtuellen Klimagipfel

„Wenn die USA vorangehen, würden Canada, Japan und Südkorea bald folgen, glaubt Bledsoe – und der Druck auf China erhöht. „Ohne China lässt sich die Klimakrise nicht lösen“, das betont auch Bidens Klima-Sondergesandter John Kerry bei jeder Gelegenheit, wie hier bei einer Video-Konferenz mit der „Washington Post“. Schon vor dem Gipfel hat China auf seine Vermittlung hin zum ersten überhaupt Mal zugesagt, nicht erst mit 2030 mit der CO2-Reduzierung anzufangen.“

Weiterlesen bei der Tagesschau.

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Bis 2030 wird der CO2 Ausstoß Chinas steigen. Nach dem Pariser Abkommen wäre das sogar gestattet. Ein Bericht der Tagesschau beleuchtet Chinas Abhängigkeit von der Kohle.

„Dass der Anteil der Kohleverstromung in China bald und zügig zurückgeht, ist nicht absehbar. Nach Zahlen des Global Energy Monitor, einer nichtstaatlichen Organisation aus San Francisco, sind in China allein vergangenes Jahr neue Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von 38 Gigawatt ans Netz gegangen. Das entspricht etwa 35 Mal der Leistung des umstrittenen neuen Kohlekraftwerks im nordrhein-westfälischen Datteln.“

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Nicht nur große Teile Europas haben mit sehr niedrigen Temperaturen zu tun, auch die USA sucht eine ungewöhnliche Kälte heim. Ca. 80 Millionen US-Bürger betrifft die Kälte mit Frost momentan. Einige Gebiete im Mittleren Westen melden neue Schneerekorde so spät im Jahr. Weiterlesen bei der Washington Post.

Die Anomalie für Nordamerika und Mittel- bzw. Nord-Europa ist bei Climatereanalyzer sehr gut zu erkennen. Bemerkenswert sind die augenblicklichen Unterschiede der Arktis und der Antarktis in Bezug auf Abweichung vom Mittel. Das ist bei der Betrachtungsweise der Zeitraum 1979-2000. Interessant wären sicherlich auch spätere Zeiträume bis 2010 oder 2020.

(Abbildung: Screenshot Climatereanalyzer.org)

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5 Jahre Pariser Klimaabkommen. Die Stiftung Wissenschaft und Politik bilanziert unter den Titel „Herausforderung Klimawandel“.

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Harvard University im August 2020 via EurekAlert!:

In a warming world, New England’s trees are storing more carbon

Unprecedented 25-year study traced forest carbon through air, trees, soil, and water

Climate change has increased the productivity of forests, according to a new study that synthesizes hundreds of thousands of carbon observations collected over the last quarter century at the Harvard Forest Long-Term Ecological Research site, one of the most intensively studied forests in the world.

The study, published today in Ecological Monographs, reveals that the rate at which carbon is captured from the atmosphere at Harvard Forest nearly doubled between 1992 and 2015. The scientists attribute much of the increase in storage capacity to the growth of 100-year-old oak trees, still vigorously rebounding from colonial-era land clearing, intensive timber harvest, and the 1938 Hurricane – and bolstered more recently by increasing temperatures and a longer growing season due to climate change. Trees have also been growing faster due to regional increases in precipitation and atmospheric carbon dioxide, while decreases in atmospheric pollutants such as ozone, sulfur, and nitrogen have reduced forest stress.

„It is remarkable that changes in climate and atmospheric chemistry within our own lifetimes have accelerated the rate at which forest are capturing carbon dioxide from the atmosphere,“ says Adrien Finzi, Professor of Biology at Boston University and a co-lead author of the study.

The volume of data brought together for the analysis – by two dozen scientists from 11 institutions – is unprecedented, as is the consistency of the results. Carbon measurements taken in air, soil, water, and trees are notoriously difficult to reconcile, in part because of the different timescales on which the processes operate. But when viewed together, a nearly complete carbon budget – one of the holy grails of ecology – emerges, documenting the flow of carbon through the forest in a complex, multi-decadal circuit.

„Our data show that the growth of trees is the engine that drives carbon storage in this forest ecosystem,“ says Audrey Barker Plotkin, Senior Ecologist at Harvard Forest and a co-lead author of the study. „Soils contain a lot of the forest’s carbon – about half of the total – but that storage hasn’t changed much in the past quarter-century.“

The trees show no signs of slowing their growth, even as they come into their second century of life. But the scientists note that what we see today may not be the forest’s future. „It’s entirely possible that other forest development processes like tree age may dampen or reverse the pattern we’ve observed,“ says Finzi.

The study revealed other seeds of vulnerability resulting from climate change and human activity, such as the spread of invasive insects.

At Harvard Forest, hemlock-dominated forests were accumulating carbon at similar rates to hardwood forests until the arrival of the hemlock woolly adelgid, an invasive insect, in the early 2000s. In 2014, as more trees began to die, the hemlock forest switched from a carbon „sink,“ which stores carbon, to a carbon „source,“ which releases more carbon dioxide to the atmosphere than it captures.

The research team also points to extreme storms, suburbanization, and the recent relaxation of federal air and water quality standards as pressures that could reverse the gains forests have made.

„Witnessing in real time the rapid decline of our beloved hemlock forest makes the threat of future losses very real,“ says Barker Plotkin. „It’s important to recognize the vital service forests are providing now, and to safeguard those into the future.“

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WUWT:

Study: Ancient Volcanic Cooling Caused Wine Producing Towns in the Negev Desert to be Abandoned

According to an Israeli study, an abrupt volcanic cooling event which started around 541AD, the outbreak of the Justinian Plague, led to wine growing regions in the Negev Desert being abandoned.

Weiterlesen auf WUWT

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Die Welt am 21.7.2020:

Stromversorgung: Der Fall Schweden offenbart, was Deutschland beim Atomausstieg droht

Deutschland steht kurz vor dem endgültigen Atomausstieg. In Schweden wird deutlich, welche Risiken damit verbunden sind: Bei Göteborg musste ein Meiler reanimiert werden, um den Strombedarf zu decken. Auch Deutschland muss sich auf so ein Szenario vorbereiten.

Für Vattenfall-Chef Magnus Hall war es ein schwieriger Auftritt: Der Chef des großen schwedischen Energiekonzerns, der auch stark in Deutschland aktiv ist, verkündete am Dienstag zur Halbzeitbilanz 2020 tiefrote Zahlen – und zugleich seinen Rücktritt als Konzernchef „aus persönlichen Gründen“.

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Pressemitteilung der TU München vom 14.4.2021 (via idw):

Klimawandel in der Natur veranschaulicht – Prof. Annette Menzel im Interview zur Idee der Grünen Klimastreifen

Um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur auf einen Blick zu verdeutlichen, präsentieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) jetzt erstmals Grüne Klimastreifen. Wie sie zu interpretieren sind, und was sie bedeuten, erklärt Annette Menzel, Professorin für Ökoklimatologie an der TUM, im Interview.

Mit Grünen Klimastreifen möchten Sie veranschaulichen, wie die Antwort der Natur auf die globale Erwärmung aussieht. Wie sind die farbigen Streifen zu decodieren?

Blaue Farben stehen für Jahre mit kalter Witterung und demzufolge auch mit später Blüte oder Blattentfaltung, grüne Streifen stehen für warme Jahre mit früherer Pflanzenentwicklung. Wir haben die Grünen Klimastreifen nun erstmals für Bayern und einige historische Beobachtungsreihen erstellt.

Ähnliche Bilder – nur in anderen Farben – kennen viele wahrscheinlich aus der Berichterstattung über die „Fridays for Future“ Demonstrationen…

Die Grünen Klimastreifen oder „green warming stripes“ sind eine Weiterentwicklung der bekannten Klimastreifen oder „warming stripes“ von Ed Hawkins, die in blau-roten Farben die Erwärmung über die letzten Dekaden einfach visualisieren und schnörkellos kommunizieren.

Worum geht es konkret bei den neuen „green warming stripes“?

Phänologische Ereignisse, wie Blattentfaltung, Blüte und Fruchtreife, sind ein perfekter Bioindikator für den Klimawandel. Sie verfrühen sich um bis zu 5 Tage pro 1°C Erwärmung. Nehmen wir zum Beispiel die Haselblüte in Bayern. Diese ist in den letzten Jahren mehr als 20 Tage früher zu beobachten als noch im Zeitraum 1971-2000. Die Grünen Klimastreifen ergänzen damit perfekt die rein temperaturbasierten Klimastreifen, denn sie zeigen die direkt beobachtbaren Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur eindrücklich auf. Eine frühere Blüte allergener Pflanzen bedeutet zum Beispiel eine längere Leidenszeit für Pollenallergiker, ein Austrieb der Bäume im April statt im Mai ist mit einer höheren Gefährdung durch Spätfröste verbunden.

Die derzeit verfügbaren Bilder decken eine gute Bandbreite an phänologischen Veränderungen ab. Sind weitere Streifen für andere Regionen oder Erscheinungen geplant?

Grüne Klimastreifen stehen derzeit für verschiedene phänologische Jahreszeiten in Bayern und einige historische 120-jährige Zeitreihen, wie die Kirschblüte in Geisenheim im Rheingau, zur Verfügung. In der Phänologie von Pflanzen wird das Jahr nicht in vier Jahreszeiten sondern in zehn „phänologische Jahreszeiten“ aufgeteilt: Vor-, Erst- und Vollfrühling, Früh-, Hoch- und Spätsommer, Früh-, Voll- und Spätherbst sowie den Winter. Diese Einteilung orientiert sich an den Erscheinungen in der Pflanzenwelt in Bezug auf Blüte aber auch Fruchtreife, Blattfärbung oder Blattabwurf. So zeigt beispielsweise die Haselblüte den Vorfrühling an, während die Fruchtreife der Roßkastanie den Vollherbst markiert. Wir planen, das Angebot der Grünen Klimastreifen Zug um Zug zu erweitern, etwa für andere Regionen und mit berühmten historischen Zeitreihen.

Mehr Informationen:

Die Grünen Klimastreifen stehen auf der Projektwebseite http://www.baysics.de des Bayerischen Synthese-Informations-Citizen Science Portals für Klimaforschung und Wissenschaftskommunikation zum Download zur Verfügung.

BAYSICS ist ein Verbundprojekt im Bayerischen Netzwerk für Klimaforschung, das den Klimawandel für Bürgerinnen und Bürger in ihrem eigenen Umfeld erlebbar machen will. Mittels einer Webanwendung oder App können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Beobachtungen zu Pflanzen, allergenen Arten, Baumgrenzen und Tieren aufnehmen und somit zum Beobachtungsschatz beitragen. Die eigenen Beobachtungen lassen sich mit schon bestehenden Datensätzen und Beobachtungen von anderen Nutzerinnen und Nutzern in Zusammenhang setzen und so kann interaktiv aufgezeigt werden, an welchen Stellen der Klimawandel unseren Alltag berührt.

Quelle: GrüneKlimastreifen in Bayern. Erstfrühling., Ye Yuan & Annette Menzel / TUM , Baysics.de

Ob in der Sammlng auch die Hamburger Klimaleugner-Forsythie enthalten ist?

Der Beitrag Grüne Klimastreifen erschien zuerst auf Kalte Sonne.

via Kalte Sonne

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