Bei Kurt Stukenberg vom Spiegel muss immer das ganz große Besteck sein: Werden Klimasünden bald wie Völkermord behandelt? So titelt er jetzt in einem Artikel. Bereits im letzten Jahr gab es Versuche das Thema Klima irgendwie mit Völkermord zusammenzubinden. Das Framing lautete Ökozid. Im November 2020 lief ein entsprechender Film im TV, der aber offenbar nicht sehr viele Zuschauer interessierte. Siehe Beitrag in der Klimaschau #1. Zu verlockend muss es sein, Staaten vor den Kadi zu ziehen. Immer wieder wird dieses Konstrukt versucht. Allerdings wird gern vergessen, dass Klimaabkommen nichts anders als Absichtserklärungen sind und keine Gesetze oder Verordnungen, gegen die man verstoßen kann.

Nachdem der EUGH gerade eine Klage abgelehnt hat (wir berichteten) kommt jetzt der nächste Versuch: Nun soll der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag es richten. Das Problem ist nur, dass viele Staaten den Gerichtshof nicht anerkennen, von den grundsätzlichen Problemen, dass hier nicht mit Gesetzen kommen kann.

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Ernst ist das Leben, heiter die Politik. Wir berichteten vor Kurzem über eine gewaltige Spende eines Bitcoin Spekulanten an die Grünen. Die Erzeugung der Kryptowährung verbraucht große Mengen Strom und seit der Kurs neue Höhen erreicht hat, laufen die Rechner beim sogenannten Mining heiß und erzeugen dabei jede Menge CO2.

Beim Twitteraccount von Argonerd findet man eine sehr interessante Grafik. Im Sommer 2020 forderte der Grüne Sven Giegold eine strenge Regulierung von Kryptowährungen. Sie würde „im großen Stil für illegale Zwecke genutzt“. Die entsprechende Seite verschwand kurz nach der Meldung der Millionenspende. Sicherlich nur ein Zufall…

(Abbildung: Screenshot Twitter)

Wie auch immer, nachdem Argoned auf Twitter bei Giegold wiederholt nachfragte, kam als Erklärung, dass der gesamte Blog offline gewesen sei. Erstaunlich, dass andere Artikel dennoch zu finden waren, nur der besagte Bitcoin-Artikel eben nicht. Erst als Argoned wieder anfragte, wurde der Artikel online gestellt und zwar sehr zeitnah zur Anfrage. Im Quellcode kann man es sehr gut sehen. Sicherlich wieder nur ein Zufall.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

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So ein Ärger aber auch. In 2020 hat Deutschland seine Klimaziele erreicht. Völlig unverdient findet Susanne Götze im Spiegel. Es wäre ausschließlich Corona gewesen. Na dann.

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Wer sich jemals gewundert, was hinter einer sehr stylischen Werbung verbirgt, die für einige Zeit vor der Tagesschau lief, der kann sich jetzt informieren. Welcome to the line, so lautete der Slogan des Spots. Es geht um ein Städtebauprojekt in Saudi-Arabien, bei dem der Verkehr revolutioniert werden soll. Außerdem soll gleichzeitig grüner Wasserstoff produziert werden. Weitere Informationen gibt es bei Enformer.

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Gastbeitrag aus der NZZ:

„Die Klimapolitik in Deutschland und Europa ist nicht nur ineffektiv, weil sie so gut wie keine Auswirkungen auf das Klima hat; sie ist auch ineffizient, weil sie höhere volkswirtschaftliche Kosten als nötig verursacht. Es braucht dringend eine sachliche Debatte ohne Moralismus.“

Zum Artikel geht es hier.

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In Bremen blockierten Anhänger von Extinction Rebellion Straßen und Brücken und sorgen für ein Verkehrschaos. Die zuständige Bremer Senatorin Maike Schaefer begrüßt die Aktionen.

„Die Senatorin hatte buten un binnen gesagt, dass sie die Forderung nach einer Verkehrswende „voll und ganz“ unterstütze. „Die Verkehrswende muss schneller vorangehen“, sagte Schaefer. „Deswegen ist es auch gut, wenn es Demonstrationen gibt, solange sie sich im gesetzlichen Rahmen verhalten.““

Genau diese gesetzlichen Rahmen haben die Demonstranten aber verlassen. Ob die Senatorin gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr nicht kennt? Die Bremer Handelskammer spricht von immensen Schäden durch die Aktion. Weiterlesen bei buten un binnen.

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Die Lobbyistin Simone Peter will noch größere Windkraftanlagen. Das berichtet die FAZ. Wie in Zeiten von Dunkelflaute dann die von ihr gewünschten 13 Millionen Elektroautos und 7 Millionen Wärmepumpen mit Strom versorgt werden sollen, das sagt die ehemalige Vorsitzende der Grünen allerdings mal wieder nicht. Im gleichen Artikel wird Matthias Zelinger vom Maschinenbauverband VDMA zitiert, der die Genehmigungsfristen für wasserstoffkompatible Gaskraftwerkte kritisiert.

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Nils Heisterhagen vom Blog politische Ökonomie hat Axel Bojanowski, Wissenschaftsjournalist bei der WELT, interviewt.

„In Deutschland aber ist die Moralisierung von Umweltthemen kulturell und historisch tief verankert, was rationale Lösungsfindungen erheblich erschwert. Deutsche Sonderwege wie bußlüsterne, obrigkeitssehnsüchtige Reglementierungsbestrebungen oder der klimaschädliche und irrationale Atomausstieg machen die Klimadebatte hierzulande zum Kulturkampf.“

Zum Interview geht es hier lang.

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In Saudi-Arabien ist dank einer neuen Solarfarm der Preis für eine Kilowattstunde Strom auf 1 Cent gefallen, 1/30 des Preises in Deutschland. Bei solchen Preisen sind auch Wirkungsgradverluste bei der Umwandlung zu Wasserstoff vertretbar. Weiterlesen hier.

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Scheitern Teslas Expansionsplänen in Grünheide am Wasser? Ein mögliches Grundwasservorkommen dürfte erst in 5 Jahren verfügbar sein, weil Erkundungen und Genehmigungen ihre Zeit brauchen. Was mögen die Politiker in Brandenburg Elon Musk bloß erzählt haben in Sachen Wasser? Hier geht es zum Artikel.

Der Beitrag Löschte grüner Europa-Parlamentarier kritischen Bitcoin-Beitrag nach Eingang von Millionen-Spende? erschien zuerst auf Kalte Sonne.

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