Zwei Filmtipps, beide stammen von ARTE, beide könnten unterschiedlicher kaum sein.

Aus dem Jahre 2018 stammt die Dokumentation „Die Wahrheit der erneuerbarer Energie“. Sie ist bei YouTube zu sehen und behandelt das Thema sehr kritisch. Wer kommt schon auf die Idee, den Kraftstoffverbrauch zur Bewirtschaftung von Maisäckern, die man für Biogasanlagen braucht, auszurechnen? Oder die CO2 Fakten beim Anbau von Energiepflanzen auf entwässerten Moorböden zu bewerten. Die CO2 Bilanz fällt dabei negativ aus. Methan-Leckagen in den Anlagen scheinen ein weiteres nicht beachtetes Problem zu sein. Ein Landwirt berichtet darüber.

(Abbildung: Screenshot YouTube)

Auch das Thema Holz war im Jahre 2018 schon ein Punkt und die Prognosen innerhalb der Dokumentation scheinen sich zu bewahrheiten. Prominent kommt der bekannte Waldforscher Peter Wohlleben zu Wort, der die Investition von 14.000 Euro für eine Pelletheizung bitter bereute, weil ihm zu spät klar wurde, dass seine Heizung keinen Deut besser ist als eine Kohleheizung. Wohlleben:

„Die Politik sieht Holzverbrennung als CO2 neutral, dabei ist es nur ein Rechentrick.“

(Abbildung: Screenshot YouTube)

Auch die CO2 Abscheidung kommt in der Dokumentation nicht gut weg. Bemängelt wird der Energieverbrauch, der nötig wäre, um die Emissionen zu reinigen. Dabei wird eine Ratio von 1:3 angenommen. Ein Kraftwerk wäre nötig, um die Energie zu erzeugen, bei drei weiteren die Abscheidung durchzuführen.

Der Energieträger Kohle wird ebenfalls behandelt. Erneut kritisch, sei es die Freisetzung von Methan beim Abbau oder Rechentricks von China, die es schaffen, die Mengen CO2, die Deutschland und Frankreich zusammen erzeugen, aus seiner CO2 Bilanz verschwinden zu lassen. Alles in allem also eine sehr interessante Stunde.

Eher gute Nachrichten möchte eine aktuelle Dokumentation zum Thema erneuerbare Energien bei ARTE verbreiten. „Gute Nachrichten vom Planeten: Saubere Energie“ so lautet diese Dokumentation. Sie hat Licht und Schatten. Zum Licht: Die Dokumentation berichtet von der Wasserkraft auf Island und auch von Geothermie Kraftwerken dort. Das ist in der Tat sehr interessant und Island kann dadurch so günstig Strom erzeugen, dass es für energieintensive Branchen sehr interessant wird.

Ebenfalls sehr interessant sind die Teile für Strom aus dem Meer und der Stand der Technik von Gezeitenkraftwerken vor Schottland. Selbst aus gescheiterten Versuchen kann man lernen. Die Insel Madeira versucht von Dieselkraftwerken loszukommen. Dazu wurden Windkraftanlagen gebaut. Das Speicherproblem löste man dort über Wasser, das in den Stunden mit weniger Nachfrage in eigens in Felsen gesprengte Bassins gepumpt wird.
Das Wasser ist hier also die Batterie und für die Insel scheint das zu funktionieren. Wohl dem, der eine geeignete Topographie hat.

(Abbildung: Screenshot YouTube)

Das Beispiel Samsö, eine dänische Insel, ist dagegen eher Schatten. Natürlich ist es schön, wenn Windparks dort nicht von Großinvestoren sondern von Einheimischen betrieben werden. Aber anders als Madeira geht die Dokumentation kein Stück auf windarme Zeiten ein. Fallen diese in die Nacht, auf der Insel gibt es auch Solaranlagen, dann fragt man sich, wer den Insulanern den Strom liefert?

Aber genau diese Fragen werden den Machern der Initiative auf der Insel eben nicht gestellt. Entweder hat also jeder der rund 3.700 Einwohner der Insel eine entsprechende Batterie im Haus oder der Strom wird durch andere Energieträger erzeugt. Der Zuschauer erfährt es leider nicht.

Darüber, dass man auf der Insel allen Ernstes Stroh verbrennt, um damit ein Kraftwerk zu betreiben, wundert sich in der Reportage übrigens niemand. Es wird auch nicht hinterfragt. Auch aufschlussreich, dass die Einheimischen im Interview nicht verstehen können, dass es Menschen gibt, die sich an der Lärmentwicklung und der Sichtbeeinträchtigung stören. Erstaunlicherweise werden die Anlage aber nicht dort aufgestellt, wo es Tourismus gibt und sie die Urlauber stören könnten. Warum eigentlich stören? Ist doch alles super!

(Abbildung: Screenshot YouTube)

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