Von Reinhard Storz

Bis vor einigen Jahrzehnten gab es regionale Stromversorger die ein Monopol für die Lieferung der leitungsgebundenen Energie hatten. Sie belieferten die Kunden mit Strom, den sie im Wesentlichen in eigenen Kraftwerken erzeugt hatten. Sie hatten die Verpflichtung ihre Kunden jederzeit mit Strom zu beliefern. Um einem Mißbrauch des Monopols vorzubeugen mussten die Strompreise vom Wirtschaftsministerium geprüft und genehmigt werden.

Mit dem Ziel mehr Wettbewerb im Strommarkt zu erreichen wurden Stromerzeugung und Stromverteilung über die Netze getrennt. Alle potentiellen Stromlieferanten sollten von da an Zugang zu den Netzen haben und Kunden mit Strom versorgen können.

Die Verantwortung für die Sicherheit der Stromlieferung ging von den Kraftwerksbetreibern auf die Bundesnetzagentur über.

Früher wurde der Strom hauptsächlich in der Nähe der Verbraucher erzeugt um geringe Verluste bei der Stromübertragung zu erreichen. Dementsprechend waren die Netze ausgebaut.

Mit dem zunehmenden Ausbau der Windenergieanlagen im norddeutschen Flachland und in Nord- und Ostsee und dem zunehmenden Abschalten der verbrauchernahen thermischen Kraftwerke in der Mitte und im Süden Deutschlands, müssen große Mengen Strom von Norddeutschland zu den Verbrauchern in der Mitte und im Süden transportiert werden. Dazu sind leistungsfähige Hochspannungsleitungen erforderlich, bedingt durch die Energiewende.

Der Ausbau dieser Hochspannungsanlagen wird von Umweltschützern verzögert. Die Folge ist, dass in Norddeutschland und auf dem Meer die Windräder teilweise abgeschaltet werden müssen weil die Leitungskapazität zur Übertragung des Stroms nach Süddeutschland nicht ausreicht.

Der dadurch nicht erzeugte Strom muss über das EEG von uns Stromverbrauchern aber dennoch bezahlt werden.

Gleichzeitig wird der wegen fehlender Netzkapazität fehlende Strom in Süddeutschland durch thermische Kraftwerke erzeugt, wodurch unnötig CO2 in die Atmosphäre gelangt.

Wie allgemein bekannt sein dürfte steht Solarstrom nachts wegen fehlendem Sonnenschein und Windstrom bei Windstille oder schwachem Wind nicht zur Verfügung. 

In diesen Zeiten werden die Stromverbraucher (auch solche denen im Liefervertrag zugesichert wird sie erhalten umweltfreundlichen Strom aus Sonne und Wind) im Wesentlichen mit Strom aus Kohle und Kernkraftwerken versorgt.

Die letzten Kernkraftwerke beenden ihren Betrieb im kommenden Jahr. Kohlekraftwerke sollen ihren Betrieb bis 2038 einstellen, auf Wunsch vieler Mitbürger schon früher.

Manche wollen auch alle Gaskraftwerke stilllegen, obwohl gegenwärtig vereinzelt neue gebaut werden.  Eine Errichtung von Stromspeichern, die zum Ausgleich der wegfallenden Stromerzeugungskapazitäten dringend erforderlich wären und ihren Betrieb aufnehmen müssten bevor die Kohlekraftwerke stillgelegt werden, ist nicht absehbar.

So wird es nach dem Abbau von bislang vorhandenen Leistungsreserven zu gezielten Abschaltungen und Stromausfällen kommen, da ein Ausgleich durch Lieferungen von Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland, nach meiner Einschätzung, nicht überall reichen wird.

Wertvolle Tips zur Vorsorge und Vorbereitung  auf einen längerfristigen Stromausfall finde man unter den folgenden Adressen im Internet hier und hier.

Der Beitrag Wie sicher oder wie gefährdet ist unsere Stromversorgung in Deutschland? erschien zuerst auf Kalte Sonne.

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