Die erste Nominierung für den Auweiha Award 2021 hat sich Dr. Stefan Frädrich reichlich verdient. Offenbar braucht der Persönlichkeitsentwicklungstrainer ein neues Betätigungsfeld und da passt Klima doch sehr gut.

So feuert er in einem 40 Minuten Beitrag, den man bei YouTube ansehen kann, ganze Salven an Untergangsszenarien ab. Es gibt fast nichts, was er nicht bringt, meist ohne irgendwelche Belege oder Quellen, fest steht nur, wir sind alle verdammt. Und er steigert sich im Laufe des Vortrags:

„Wir haben im letzten Jahr eine halbe Million Babys der Luftverschmutzung geopfert.“

Das hätte er gerade irgendwo gelesen. Ab der 20. Minute könnte er allerdings einen Teil seiner Zielgruppe verloren haben, als er die Kernenergie preist. Wer weiß? Aber auch sonst sprüht der Mann voller ganz neuer Ideen. Beispiel Solarenergie:

„Und dann legst Du halt Stromleitungen von der Sahara in den Norden“.

Dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, in der Sahara Strom mit Solarzellen zu produzieren fragt man sich unweigerlich. Und klar, Pipelines sind eigentlich Stromleitungen, sagt Frädrich. Die würden ja auch etwas transportieren und außerdem Geld kosten. „Was ist denn das gerade mit den Pipelines in der Nordsee, was wir gerade in der Presse alles lesen“. Ja, die Nordsee und die Ostsee kann man schon mal verwechseln, wenn man sich in Rage geredet hat.

(Abbildung: Screenshot YouTube)

Auch mit Zahlen hat Frädrich es nicht so. Dänemark produziert 100% seines Stroms mit Windkraft. Die offiziellen Zahlen geben das nicht her, Dänemark hat  immer noch Kapazitäten im Bereich, Kohle, Gas und Öl. Die Dänen wissen nämlich, dass der Wind leider nicht immer genügend weht.

(Abbildung: Screenshot Windbranche.de)

Aber er hat auch gute Ideen und Vorschläge. Wer auf dem Land lebt, der soll sein Auto doch einfach mit anderen teilen. Und wenn die Autos erstmal abgeschafft sind, dann könnte man auf den Parkplätzen doch prima Blumen pflanzen.

Gegen Ende kommen ganz neue Erkenntnisse: 50% der globalen Erwärmung kommt durch Tierprodukte. Aha! Lösen könnte man es, wenn man den Tieren kleinere Parzellen gibt und den Rest der Flächen anders bewirtschaftet. Kein Witz, er sagt das so. Frädrich endet mit vielen Apellen. Nun, das ist auch alles gut, er kann das ja machen, aber die Art und Weise wie am Ende Schreckensszenarien gezeichnet werden, die befremdet doch sehr. Vor allem die Begründungen für den Alarm: „Leute, ich habe Bücher darüber gelesen.“

Gute Ratschläge gibt es dazu im Dutzend: „Wir sollten Zement ächten und wir sollten weniger Kinder machen.“ Er richtet seinen Apell immerhin an die Bewohner eines Landes, dessen Bevölkerung schrumpft. Ob er das den Menschen in Afrika auch schon so gesagt hat?

Eines aber verwundet bei solchen Rednern, die sich ausschließlich als Teil der Lösung sehen, immer wieder. Der Mann nutzt YouTube und vorher eine Art digitalen Live-Event. Man sieht etliche Menschen auf einer Videowand, die ihm gebannt zuhören.

All das erzeugt große Mengen CO2 . Wenn ihm die Zukunft dieser Erde so wichtig ist, warum löscht er dann nicht besser sofort seinen YouTube Kanal und wird vorbildlicher Biolandwirt? Ob es einfach daran liegt, dass er als Motivationstrainer seit Corona nicht mehr live auftreten kann und er im Grunde mit diesem Doomsday-Vortrag eigentlich nur sein neues Buch promoten möchte? Solche Menschen erinnern immer wieder an Leute, die todsichere Tippsysteme verkaufen oder die perfekte Aktienstrategie erfunden haben. Warum machen sie es nicht selber?

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