Rund um die Kernenergie. Anlässlich des Reaktorunfalls in Fukushima, welcher sich nun zum 10 Mal jährt, ist die Medienwelt voll von Artikeln, Kommentare und Berichten. Hinter einer Bezahlschranke steht ein Artikel von Axel Bojanowski von der WELT. Er geht auf eine Studie des Medienforscher Klaus Overhoff ein, der die Zeit und den Spiegel analysierte in Sachen Meinung zur Kernenergie. Allerdings schon lange Zeit vor Fukushima. Aber selbst da wird die Marschrichtung klar. Weiter geht es mit einer Analyse, wie unterschiedlich die Berichterstattung in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA in Sachen Kernenergie ist bzw. war.

„„Deutsche Medien gingen sehr selten auf die spezifischen Ursachen der Katastrophe ein, sie erweckten den Eindruck, die Reaktorkatastrophe bei Fukushima sei ein Beleg für die generellen Risiken der Kernenergie“, schreibt Kepplinger. Deutsche Medien hätten nach Fukushima zwischen neun- und 18-mal so viele Forderungen nach einem Atomausstieg erhoben wie Medien in Großbritannien und Frankreich.“

Zum Artikel bitte hier lang.

In Tschechien haben die Betreiber der Kernenergie-Anlage Dukovany die Genehmigung zur Errichtung zweier neuer Reaktoren erhalten. Sie sollen zwei ältere Anlagen ersetzen, die seit 45 Jahren laufen. Heise berichtete

Sehr interessant, wie die Grünen das Thema Fukushima auf Twitter behandelten.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

Zu blöd, dass die Todesopfer bis auf eines, auf den Tsunami zurückgingen, den wiederum ein Erdbeben ausgelöst hatte. Das muss sogar den Grünen aufgefallen sein, denn kurze Zeit später verschwand der Tweet.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

Der Co Chefin der Grünen scheint der Unterschied zwischen dem Tsunami und dem Reaktorunfall nicht wirklich klar zu sein.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

Beim Fiasko für den Steuerzahler wird es allerdings hinten höher als vorn. Hat Frau Baerbock wohl jemals über das Fiasko der Kosten der Energiewende nachgedacht?

Wer sich differenziert über die Vorgänge in Fukushima informieren möchte, der kann das bei Ökomoderne machen. Amardeo Sarma und Anna Vero Wendland haben eine kritische Betrachtung zu den Ereignissen und deren Wirkung in Deutschland.

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Leserpost:

„So langsam bekommen unsere Energiewender Angst, dass man ihnen die Maschinen zum Gelddrucken zerstören könnte (=wertschöpfende Subventionen aus WKA und PV-Anlagen abkassieren). Agressive Reaktionen werden dabei in den Kommentierungen maximal mit faktenlosen Standardfloskeln unterfüttert. Entsprechend inhaltslos kommen ihre Äußrungen daher. Der Bericht in der Neuen Westfälischen Bielefeld lässt derweil aufhorchen:

Atomenergie Mini-Kernkraftwerke sollen das Klima retten – tun sie das?

Nicht nur Bill Gates wirbt offensiv für einen neuen Typ von Kernreaktoren, die angeblich den Weg aus der Klima-Krise weisen könnten. Kritiker sind entsetzt über die mögliche Renaissance der Technologie.

Weiterlesen in der in der Neuen Westfälischen Bielefeld

Beschrieben werden darin Möglichkeiten zur Stromerzeugung, welche sich anscheinend problemlos in die aktuell betriebene Stromerzeugungs- und Leitungsnetzinfrastruktur einklinken lassen. Weiter eröffnen sich dabei Chancen, die sogar einen sukzessiven Rückbau der bestehender Wind- und Solarparks möglich machen. Allein für den Erhalt unserer optisch schönen Landschaftspanoramen wäre das wertvoll. Es klingt überzeugend. Da geht was.“

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Ludger Wess nimmt sich auf Salonkolumnisten.com den unkritischen Journalismus vor. Es geht um das gerade wieder populäre Thema Fukushima. Vor 10 Jahren ereignete sich dort ein Erdbeben mit anschließendem Tsunami. Dieser Tsunami zerstörte eine Kernenergie-Anlage. Wer die Berichterstattung momentan liest, kommt schwer ins Grübeln, was sich dort tatsächlich zugetragen hat. Warum fragt Wess sich, verbreiten Medien eigentlich falsche bzw. irrführende Meldungen über die Ereignisse vor 10 Jahren in Japan?

Bei politischen Parteien und deren Vertretern ist Agenda-Setting fast schon an der Tagesordnung (die verunglückten Tweets der Grünen und ihrer Co-Chefin zum Thema Fukushima sind ein schöner Beleg dafür), aber in den Medien sollte doch eigentlich ausgewogen über Ereignisse berichtet werden und die Fakten stimmen. Dafür nennt Wess zahlreiche Beispiele, wo genau das komplett in die Hose gegangen ist.

Wess startet mit einer Szene aus dem Science Fiction Film Interstellar aus dem Jahr 2014 und er endet auch dort.

„In einer packenden Szene am Beginn des Science-Fiction Films „Interstellar“ wird der ehemalige NASA-Astronaut Cooper in die Schule seiner Tochter bestellt. Sie soll bestraft werden. Ihr Vergehen: Sie hat Bücher ihres Vaters in die Schule gebracht, die die Raumfahrtmissionen des 20. Jahrhunderts beschreiben. Die Lehrerin erklärt, die Darstellungen in diesen Büchern seien falsch; man wisse heute, „dass die Apollo-Missionen vorgetäuscht waren, um die Sowjetunion zu ruinieren.“ Die so genannte Mondlandung sei eine „brillante Propaganda-Strategie“ gewesen, um die Sowjetunion dazu zu bringen, Geld für „Raketen und andere nutzlose Maschinen“ zum Fenster hinauszuwerfen. Es gehe darum, solche für das 20. Jahrhundert typische Verschwendungen zu beenden, um den Planeten zu retten.

An diese Szene fühlte ich mich diese Woche erinnert – es war der 10. Jahrestag des Tōhoku-Seebebens, das sich im März 2011 vor der Küste Japans ereignete…“



Inzwischen glaube ich, die Schöpfer von „Interstellar“ werden mit ihrer Dystopie Recht behalten. In zehn Jahren wird es möglicherweise tatsächlich heißen: „Am 11. März vor zwanzig Jahren explodierte das japanische Atomkraftwerk Fukushima. Die gewaltige Erschütterung löste ein Seebeben und einen Tsunami aus, an dessen Folgen 20.000 Menschen den grausamen Strahlentod starben.“

Und natürlich war nie ein Mensch auf dem Mond.“

Es ist eines der besten Stücke zum Thema Fukushima in letzter Zeit.

Wer auch immer die Medien kritisiert, beim Thema Fukushima wird ordentlich Öl ins Feuer dieser Kritiker gegossen. Das Fatale ist allerdings, dass die meisten Leser/Zuschauer der von Wess genannten Medien brav deren Irreführungen verinnerlichen werden. Beim US Ex-Präsidenten Trump waren genau diese Medien sehr skeptisch und akribisch in Sachen Fakenews und haben sie zu Recht benannt – bei Fukushima wurde dieser Maßstab aber offenbar komplett ignoriert. Was für ein Versagen.

Zu lesen ist der Artikel hier.

Der Beitrag Natürlich war nie ein Mensch auf dem Mond – oder auch: 20.000 Strahlentote in Fukushima erschien zuerst auf Kalte Sonne.

via Kalte Sonne

 von Kalte Sonne