Kindliche Früherziehung ist eine gute Sache. Ob der Carlsen Verlag mit einem Buch richtig liegt, indem er kleine Kinder schon mal auf Windräder im Wald einstimmt? Es gibt immer mehr Bedenken gegen Windräder auf der freien Fläche. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis Windräder auch in Wäldern aufgestellt werden.

Über die Auswirkungen solcher Bauten haben wir schon häufiger berichtet, sei es die Bäume, die gefällt werden müssen für den Platz oder die Zuwegung oder die riesigen Fundamente, bei denen nicht einmal klar ist, ob sie jemals wieder entsorgt werden, weil jedes Bundesland es anders regelt. Jedenfalls stimmt der Carlsen Verlag die Jüngsten schon einmal ein.

(Abbildung Buchcover Lotta und der Wind im Wald, Quelle Carlsen Verlag)

Wir sind gespannt, was Lotta noch alles erleben wird in den Büchern, die dann zukünftig erscheinen.

Lotta und der tote Rotmilan
Lotta und das Insektensterben
Lotta und die Waldbodenversiegelung
Lotta und der Harvester

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TV Tipp: Auf Phoenix gab es im Zusammenhang mit dem Jahrestag des Fukushima Reaktorunfalls eine Talkrunde. Die Sendung ist bei Phoenix noch bis 2026 zu sehen.

(Abbildung: Screenshot Phoenix Mediathek)

Die Talkrunde bestand aus einem Aktivisten von Fridays For Future (Quang Paasch), der Wirtschaftsjournalistin Ursula Weidenfeld, Prof. Hans Werner Sinn und der klimabewegten Prof. Claudia Kemfert. Alexander Kähler moderierte, er wirkte leider nicht sehr sattelfest, seine Nachfragen waren eher blass.

Eigentlich spulten die Protagonisten alle brav das Programm ab, inklusive aller Buzzword. Beim Aktivisten waren das Klimawandel, Klimakrise, Klimakatastrophe (meist direkt hintereinander als Quasi-Steigerung) und Kipppunkte. Außer Klimagerechtigkeit kam aber nicht mehr viel. Immerhin war das mal ein frisches Gesicht aus der FFF Bewegung.

Prof. Claudia Kemfert kam mit intelligenten Systemen (Wir kennen ja bereits ihre virtuellen Kraftwerke) und Digitalisierung, die alles besser macht. Interessant ist sicherlich, dass sie auf die Kernenergie zeigt und meint, diese wäre dauersubventioniert. Hätte hier der Moderator nicht einmal freundlich nachfragen sollen, was denn mit den Grünen Stromquellen gerade passiert?

Auch das Argument, dass die Entsorgung nicht geregelt sei, musste kommen. Das ist sie bei Wind und Solar auch nicht. Es ist bisher nicht möglich die Flügel von ausrangierten Anlagen sinnvoll zu nutzen. Sie werden zerkleinert und dann entweder in Zementfabriken verfeuert oder in Beton gegossen als Füllmaterial. Auch die Hinterlassenschaften von Anlagen nach dem Abbau in Form vor riesigen Fundamenten ist nicht wirklich geklärt. Auch hier wäre eine Nachfrage hilfreich gewesen.

Sie tat das Thema Dunkelflaute übrigens sehr interessant ab. Das würde nur 2 Wochen im Jahr betreffen. Wer sich das Agorameter für das bisherigen Jahr 2021 ansieht kommt bei solchen Aussagen schon ins Grübeln. Wenn kein Strom vorhanden ist, dann nützen auch intelligente System herzlich wenig.

(Abbildung Screenshot Agora-Energiewende)

Ihre bekannte Argumentation geht dann weiter. Deutschland sei ein Stromexportland, man müsse sich keine Sorgen machen. Kann es sein, dass ihr nicht bekannt ist, in welchem Maß Kapazitäten abgebaut werden? Kann es sein, dass sie nicht verstanden hat, dass Deutschland wegen der unsteten Stromproduktion Strom mit Geld oben drauf ins Ausland verschenken muss? Es schöner Exportmarkt, der aus Verschleudern besteht.

Es reiht sich bei ihr ein Buzzword ans nächste. Speicher sind übrigens kein Problem meint die Ökonomin. Die Frage ist, was sie damit meint? Es gibt zweifelsfrei Speicher wie die Riesenbatterie in Hornsdale, Australien, die Deutschland zum Schnäppchenpreis ca. 160 Millionen Euro Entstehungskosten für 6 Sekunden! mit Strom versorgen könnte. Mathematik ist ja offenbar nicht ihre Stärke, wie sie bei den Kosten der Energiewende bereits bewies. Sonst hätte sie die Zahl aus Australien mal 10 genommen, um ca. 1 Minute Kapazität zu berechnen und diesen dann mal 60, um den Preis von Speichern für eine Stunde zu haben und das mal 24, um einen Tag mit einem Speicher für Deutschland auszugleichen. Dazu müsste sie halt rechnen. Müsste….

Oder meint sie vielleicht Speicher in privaten Haushalten, die man für eine 10 kWh Anlage schon für 10.000 Euro bekommt? Auch hier müsste sie rechnen und diese Zahl mal den Haushalten nehmen, für die so etwas überhaupt interessant ist. In beiden Fällen kommen riesigen Summen heraus, ganz abgesehen davon, dass die Rohstoffe auf der Welt dafür gar nicht reichen.

Wie erwartet argumentierte Prof. Hans-Werner Sinn. Die Stromkosten seien wegen doppelt notwendiger Infrastruktur die weltweit höchsten. Er sah das Thema Volatilität ganz klar, wenn man allerdings Prof. Claudia Kemfert zuhörte, dann scheint es weder die Nacht noch windarme Zeiten zu geben. Auch die Grundlast hat sie bereits abgeschafft, jedenfalls in ihrer Gedankenwelt.

Die Wirtschaftsjournalisten Weidenfeld verwies auf die immer geringere werden Bereitschaft in der Bevölkerung Windkraftanlagen in der Nachbarschaft zu akzeptieren. Auf diesen Einwand hatte Claudia Kemfert eine passende Antwort: Ja, da müsse man einfach transparenter werden. So so. Und sie verwies etwas verklausuliert darauf, dass letztlich alles seinen Preis hat, auch die Akzeptanz von Windkraft. Den müsse man nur finden. Im Volksmund nennt sich das Schmieren. Lernen konnte man übrigens, dass das Erdbeben und der anschließende Tsunami in Japan menschengemacht waren.

(Abbildung Screenshot Twitter)

Interessant war auch der Part über die Länder, die Kernenergie nutzen. Vermutlich hatte sie nur Nordkorea vor Augen als sie sagten, dass solche Länder ohne demokratische Partizipation den Bau von Kernenergieanlagen beschließen. Wir lernen, Polen, Tschechien, Frankreich und die USA sind Diktaturen. Und in Finnland sind die Bürger vermutlich von Sinnen, wenn sich Orte als Endlager anbieten. Oder liegt es am langen finnischen Winter?

(Abbildung: Screenshot Twitter)

Wir lernen außerdem, die Investitionen in Erneuerbaren Energien sind billiger. Das erklärt sicherlich, warum das Land mit den größten Anstrengungen diesbezüglich die höchsten Stromkosten auf der Welt hat?!

Auch der prognostizierte Anfang vom Ende zeugt eigentlich eher davon, dass Kemfert nicht wissen möchte, was in Deutschlands Nachbarländern in Sachen Kernenergie vor sich geht. Vom Ende kann keine Rede sein, aber vielleicht ist es sogar Kalkül, dass Deutschland wegen der zukünftigen Kernenergienutzung im benachbarten Ausland zuverlässige Stromimporte haben wird. Ganz besonders dann, wenn der Wind mal wieder nicht weht und/oder die Sonne nicht scheint.

Gekonnt spult sie als ihre Lieblingsslogans herunter und gibt den Mythbuster, nur werden ihre eigenen Mythen durch Wiederholung nicht besser. In Deutschland wird sich eine Schere aufmachen. Höherer Strombedarf, weil immer mehr elektrifiziert wird, Kapazitäten werden abgebaut und grüne Stromerzeugung ist entkoppelt vom Bedarf. Eigentlich doch für eine Ökonomin nicht so schwer zu verstehen. Offensichtlich aber doch.

Hier wäre der Moderator der Runde eigentlich gefragt gewesen. Leider tat er nichts, um seinen Talkgästen auf den Zahn zu fühlen und auf Widersprüche hinzuweisen. Spätestens beim Geschwurbel von Kemfert wäre solches dann enttarnt worden. Eine verpasste Chance.

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