Mai Thi Nguyen-Kim erhält eigene Show bei ZDFneo. So titelt Meedia über die Chemikerin, die aktuell noch einen Kanal bei Funk betreibt, einem Gemeinschaftsprojekt von ARD und ZDF. Nebenbei tritt sie auch bei Quarks (WDR) auf. Mai erklärt dort alles mögliche rund um das Thema Wissenschaft.

Mai ist uns im Jahr 2019 aufgefallen, als sie dem YouTuber Rezo in Rekordzeit die Absolution in Sachen Klima bei seinem berühmten „Zerstörung der CDU“-Video bescheinigte. Wie genau sie es mit der Prüfung der im Rezo-Video stakkato artig vorgetragenen Quellen nahm, das wissen wir nicht. Sie hat es in nur 6 Tagen geschafft alles zu checken. Immerhin gab es auch andere, die die Rezo-Quellen geprüft haben und sich wunderten, dass diese z. T. nicht das enthielten, was Rezo vortrug, mitunter sogar das Gegenteil. Wir berichteten über diese Merkwürdigkeiten.

Jetzt hat Mai es also geschafft, sie bekommt beim ZDF eine eigene TV Show, wir dürfen gespannt sein, was sie dem Publikum so servieren wird. Mai äußert sich natürlich auch zum Thema Klima. In einer aktuellen Sendung für die ARD (noch verfügbar bis zum 22.02.2022) geht sie dabei zusammen mit einer Kollegin auf verschiedene Aspekte beim Klima ein. Jetzt hätte man erwarten können, dass es eine der üblichen Alarmshows wird, aber weit gefehlt, ganz so schlimm ist es nicht geworden. Mai zeigt sogar Sonnenzyklen und erklärt die Milanković-Zyklen.

(Abbildung: Screenshot ARD Mediathek)

Das aber war es dann auch schon mit dem Thema Sonne. Ozeanzyklen finden bei ihr gar nicht statt, was sicherlich sehr schade ist. Es fehlen auch andere natürliche Phänomene wie El Niños oder La Niñas, deren Auswirkungen auf das Wetter die letzten Jahre sehr gut zu sehen waren. Nun, vielleicht passen solche Zyklen und Ereignisse einfach nicht zum Narrativ, dass nur der Mensch Schuld an allem sei nicht.

Immerhin – und das muss man würdigen – geht sie auf das Thema Wissenschaft und Unsicherheiten ein. Sie hat dafür verschiedene Klimaforscher per Video interviewt und die haben z. B. beim Thema Kipp-Punkte keine einheitliche Meinung. Während Hans Joachim Schellnhuber gleich 15 ausgemacht hat, die auch alle schon gekippt sind, sieht Hans von Storch das ganz anders.

(Abbildung: Screenshot ARD Mediathek)

Insgesamt fällt auf, dass mehr oder minder nur Wissenschaftler einer Denkrichtung zu Worte kommen. Allenfalls von Storch sticht etwas heraus. Es wirkt ansonsten wie 4 Stühle – 1 Meinung. Insgesamt sind 45 Minuten eine sehr kurze Zeit, um ein komplexes Thema zu erklären. Es folgt auch noch ein zweiter Teil, auf dem man gespannt sein darf. Man kann auch nicht sagen, dass die Sendung uninteressant ist, gerade die Erklärung wie man von Bohrkernen auf Temperaturen schließen kann ist sehr spannend. Auch der Teil über die Klimastation in den österreichischen Bergen ist wirklich interessant.

Als Fazit lässt sich feststellen, dass es sicherlich hätte viel schlimmer kommen können, immerhin hat Mai aufgezeigt, dass es Unsicherheiten gibt, ohne allerdings tief darauf einzugehen. Wenn sie z. B. auf die 80% Wahrscheinlichkeit eines El Niños im Herbst 2020 eingegangen wäre, die das PIK im Herbst 2019 so stolz verkündete, dann wäre das mit Sicherheit ein schönes Beispiel für Unsicherheiten gewesen. Es hätte außerdem gut  aufgezeigt, das Science eben nicht settled ist und eine laute Stimme wie das PIK beim Klimaalarm auch kräftig daneben liegen kann. Aber am heiligen Gral der Klimakirche (PIK) ruckelt man wohl besser nicht. Auch Mai nicht.

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