Der Beitrag Hallo Herr Bals? erschien zuerst auf Kalte Sonne.

Apple und Hyundai planen den Bau eines elektrischen Roboterautos. Die Fahrzeuge sollen auch autonom fahren können. Produziert werden soll in den USA. Die Meldung gibt es bei der Tagesschau.

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Wer sagt es Kurt Stuckenberg vom Spiegel? Er fabuliert über Wasserstoff, grünen Wasserstoff und zitiert – Oh Wunder – Claudia Kemfert. Natürlich träumt der ehemalige Greenpeace-Manager von grünem Wasserstoff, aber irgendwie bekommt man dieses Framing vom Wasserstoff als Champagner der Energiewende wohl nicht mehr aus der Welt. Bei Strompreisen wie in Deutschland und den aktuellen Wirkungsgradverlusten ist Wasserstoffproduktion nicht wirtschaftlich.

Wenn man den deutschen Energieweg geht, ist es nahezu ausgeschlossen, dass es sich jemals rechnen wird, mit den weltweit höchsten Strompreisen kann es nicht gelingen. Aber, Stuckenberg muss zudem allen Ernstes glauben, dass man eine Wasserstoffproduktion nach den Launen der Natur betreiben kann. Welcher Produzent soll mit so etwas Unstetem wie Wind und Sonne zuverlässig planen, also nur dann zu produzieren, wenn genügend Solarstrom oder Windstrom vorhanden ist? Der Spiegel Redakteur biegt schon ganz früh falsch ab in seiner Denke. Wind und Solar bleiben volatil und jede nachfolgende Stufe von Produktion, die daran hängt, wird ebenfalls volatil bleiben. Sollte ein Wissenschaftsredakteur das nicht eigentlich wissen oder wenigstens in Erfahrung bringen können? Zum Artikel geht es hier lang.

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Wir haben hier schon oft auf die Auswirkungen des Lithium Abbaus in Südamerika berichtet. Damit Europäer ein gutes Gefühl haben etwas für das Klima bzw. die Umwelt zu leisten, sind die Folgen für die Abbauländer dramatisch.

„Elektroautos sind nicht die Rettung“

Viele der Atacama-Bewohner sehen, dass der Klimawandel die Wasserknappheit in der Wüste beschleunigt. Aber sie sagen auch, dass die Probleme in dem Gebiet erst mit der Lithium- und Kupfergewinnung begannen.

„Wir wollen, dass die Menschen wissen, dass Elektroautos nicht die Rettung des Planeten sind“, betont Jorge Alvarez Sandon von der Coyo-Gemeinschaft. „Die Rettung ist das Gewissen eines jeden Menschen, die Erde so zu respektieren, wie wir es tun. Wenn sich jeder dessen bewusst wäre, bräuchten wir keine Elektroautos um den Planeten zu retten.“

Den gesamten Artikel bei der Deutschen Welle gibt es hier.

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Wer bislang dachte, Tesla verdient sein Geld mit der Produktion von Autos, der liegt falsch. Der Handel mit CO2-Zertifikaten ist sehr lukrativ für Tesla. Die kann Tesla an andere Hersteller verkaufen, die u.a. noch Verbrenner herstellen und Zertifikate brauchen. Die Produktion von Autos ist bei Tesla nach wie vor defizitär. Trotzdem ist Tesla an der Börse mehr wert, als seine Konkurrenten zusammen, die das Unternehmen aber über den Kauf von CO2 Zertifikaten in die Gewinnzone bringen. Weiterlesen auf Stern.de

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Ausgerechnet im Atomstromland Frankreich gibt ein Gericht dem Staat die Mitschuld an der sogenannten Klimakrise. Zum Artikel bei der Welt geht es hier lang.

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Pumpspeicherwerke in Österreich dürfen sich schon mal die Hände reiben. Sofern ihre Becken gerade leer sind, bekommen sie in nächster Zeit den Strom zum Hochpumpen nicht nur gratis sondern noch mit Bonus dazu. Win/Win, aber leider nur für die Betreiber, denn die können bei Windarmut den Strom wieder teuer nach Deutschland verkaufen. Es ist viel Wind angesagt, sowohl im Süden und später auch im Norden Deutschlands. Das bedeutet dann, dass es so viel Strom gibt, dass er ins Ausland verschenkt werden muss, um ihn irgendwie loszuwerden. Von negativen Strompreisen haben deutsche Stromkunden allerdings nichts. Weil der Strom zu festen Preisen abgenommen wird, tragen die Bezieher von Strom die Kosten, auch die für das Verschenken und Draufzahlen.

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Bei Berechnungen zum Strombedarf bis 2030 hat sich die Bundesregierung verrechnet. Das meint Daniel Wetzel in der WELT und verweist auf Experten, die mit ganz anderen Zahlen rechnen. In dem Artikel geht es auch darum, ob Deutschland seine CO2-Ziele auch durch Anlagen im Ausland erreichen könnte. Offenbar traut man dem eigenen Land nicht mehr viel an Ausweitung der Kapazitäten zu.

„Aus Sicht der Expertenkommission dürfte dies aufgrund von Flächenrestriktionen, Akzeptanzproblemen und des mehrjährigen Vorlaufs bei großen Projekten im Inland nicht wahrscheinlich sein“, heißt es wörtlich in der Stellungnahme: „Deshalb wäre hier über die Etablierung länderübergreifender Vorhaben auf europäischer Ebene nachzudenken.“

Hier geht es zum Artikel.

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Wenn Agora Energiewende das Jahr 2020 so Revue passieren lässt, dann fragt man sich, wie es zu solchen Zahlen kommen konnte, wo doch lange Zeit Freitag für Freitag unablässig skandiert wurde, es würde nichts passieren.

2020 war das Jahr mit dem bisher höchsten Anteil an Ökostrom. Nun gut, in dem entsprechenden Artikel bei Enformer, dem Energieblog von RWE, wird leider nicht auf die sehr seltene bedarfsgerechte Erzeugung durch Wind und Sonne eingegangen, aber immerhin auf die sinkenden Exporte und die vermehrten Importe von Strom in 2020. Dieses Delta wird kleiner, zwangsweise. Mal schauen wie lange noch von Energiewende-Fans behauptet wird, Deutschland sei ein Strom-Export-Land.

„Gleichzeitig hat Deutschland in 2020 deutlich mehr Strom importiert als in den vergangenen Jahren. Bis kurz vor dem Jahreswechsel flossen im kommerziellen Stromhandel knapp 33.000 Gigawattstunden ins hiesige Netz. Das sind rund 36 Prozent mehr als im Jahr 2019. Weil zudem weniger Strom ins Ausland verkauft wurde als im Vorjahr, sank der deutsche Strom-Exportüberschuss kräftig. Mit rund 17.400 Gigawattstunden war er nur noch halb so hoch wie 2019.“

Den ganzen Artikel gibt es bei Enformer.

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Am 5. Februar 2021 kam ein erstaunliches Interview mit einem sogenannten „Energieexperten“ in der täglichen DLF „Forschung Aktuell“ Sendung. Es ging darum, die Ängste vor einem Blackout durch die Abschaltung der restlichen AKWs und der Kohlekraftwerke im Rahmen der voranschreitenden Energiewende zu entkräften. Man hätte also erwarten können, etwas zu neuen Back-up-Kraftwerken oder zu möglichen realistischen Energiespeichern zu erfahren.

Aber weit gefehlt: Der Herr „Experte“ ging auf das Problem der fehlenden Grundlast-Versorgung bei einer Dunkel-Flaute ohne AKWs und Kohlekraftwerke überhaupt nicht ein, sondern gab im lässigen Plauderton nur ein paar substanzlose Sprechblasen mit den Stichworten „Digitalisierung“, „Intelligente Netze“ und „Smartmeter“ von sich, ohne dabei ehrlich zuzugeben, dass solche Lösungen nichts anderes bedeuten, als eine krasse Stromrationierung bei Windmangel und Dunkelheit und damit das Ende der bisher selbstverständlichen Entscheidungsfreiheit für die Stromnutzer.

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Brennende Bilder von Greta Thunberg in Indien. Die schwedische Aktivistin hatte sich u.a. zusammen mit der US Sängerin Rhianna an die indischen Bauern gewendet, die momentan gegen die Deregulierung der indischen Landwirtschaft protestieren. Das kam bei indischen Nationalisten als Einmischung an. Die WELT hat einen Artikel dazu.

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Das könnte ein interessanter Februar 2021 werden. Nach 4 Tagen haben wir schon erstaunliche Regenmengen. Hannover, das im Januar gerade mal das langfristige Mittel erreicht hat, weist nach 4 Tagen schon 73% des Mittels von Februar aus. Bedingt durch die Schneefälle wird sich das noch weiter steigern. Deutlich weniger Niederschlag hat Mecklenburg-Vorpommern. Aber der Monat hat selbst bei einem kurzen Februar noch einige Tage zu gehen. Es zeichnet sich aber jetzt schon ab, dass es kein ausgesprochener Dürremonat wird. Ob 2021 ein ganzes Dürrejahr wird, wie der Grüne Politiker Oliver Krischer schon am 17.01.2021 behauptete, werden wir sehen. In jedem Fall werden wir uns die Daten bei Wetterkontor immer wieder mal ansehen und berichten wie gut oder besser schlecht Krischer lag.

Spannend dürfte auch die Temperaturentwicklung in 2021 sein. Hier liegt alles nördlich einer Linie Ostfriesland – südliches Brandenburg bisher im jungen Monat unter dem langjährigen Februar-Mittel, alles südlich davon liegt darüber. Sollte sich die kalte Luft aber noch weiter nach Süden länger durchsetzen, dann wird sich das auch für den Süden und die Werte auswirken.

Kaum auszudenken, wenn die Schlagzeile, das war der wärmste (hier lieber Leser bitte irgendeinen Monat einsetzen) seit Beginn der Messung, nun plötzlich wegfällt. Oder ist der viele Niederschlag und ein zu kühler Februar bereits der Einfluss der zahlreichen Windkraftanlagen, die in Deutschland aufgestellt wurden? Wir haben ja gelernt, je mehr sich davon in Deutschland drehen, desto eher kühlt sich das Klima ab.

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Verwundert ist der Autor eines Meinungsartikels in der Welt über die ausbleibende Empörung, dass demnächst der russische CoVid-Impfstoff Sputnik nach Deutschland kommt. Ganz besonders die Kritiker von Nordstream 2 empören sich sonst sehr gern über Russland, aber in diesem Fall schweigen sie lieber. Konsequent ist das nicht. Interessant sicherlich auch, dass niemand das Ende von Nordstream 1 fordert. Den Artikel gibt es hier.

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Eigentlich wäre der Jahresanfang die Zeit, an denen der Wind bläst und die Stromproduktion daraus hoch sein sollte. Eigentlich, denn es sieht dieses Jahr etwas anders aus. Windstark in Deutschland sind normalerweise das Frühjahr und der Herbst. Man sieht es sehr gut auf dem Chart. Auch wenn der Zubau seit 2019 eher moderat war, es gibt theoretisch mehr Kapazitäten in 2021, die aber deutlich weniger Ertrag bringen. Wie mag sich diese Kurve in den nächsten Monaten fortsetzen? In den letzten 2 Jahren nahmen die Erträge bis September ab, um dann wieder anzusteigen. Wenn aber der Start schon unter den Vorjahren liegt, wird es schwer, das aufzuholen.

(Abbildung Screenshots Webseite iwr.de, Daten: Entsoe-E)

Was macht man, wenn die Presse auf Ungereimtheiten in einer eigenen Pressemitteilung inkl. Studie aufmerksam macht? Ganz einfach, man empört sich und stellt Dinge klar. Die Königsdisziplin ist dann eine Klarstellung, die wortreich Dinge erklärt, die in dem kritischen Presseartikel gar nicht vorkamen. So geschehen bei German Watch. Deren Katastrophenmeldung haben in Deutschland zahlreiche Medien durchgewunken ohne sich mit den Zahlen und deren Interpretation zu beschäftigenWir berichteten. Axel Bojanowski schrieb besagten Artikel zum German Watch Stück für die Welt. Er ist mittlerweile nicht mehr hinter eine Bezahlschranke und kann kostenlos gelesen werden.

Die Replik kann man sich hier ansehen und auch die Kunst, Dinge klarzustellen, die gar nicht kritisiert wurden. Auch die Art und Weise wie man Bojanowski vorwirft nicht vorher mit German Watch in Kontakt getreten zu sein, hinterlässt den Leser ratlos. Es geht um eine offizielle Pressemitteilung und keinen investigativen Journalismus.

Auch auf wiederholte Nachfrage, wo denn nun die Fehler im Welt-Artikel seien, gab es keine Antwort durch German Watch in der Timeline von Bojanowski bei Twitter. Wenn man bedenkt das German Watch Geschäftsführer Bals Theologe ist, ist das eigentlich nicht die feine christliche Art.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

via  Kalte Sonne

 von Kalte Sonne