Laut Bundesnetzagentur sind die Importe von Strom im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Der Weserkuriere berichtet.

„Insbesondere bei Windstille oder Dunkelheit sei zur Deckung des Bedarfs Strom importiert worden, stellten die Statistiker mit Blick auf das erste Halbjahr fest. Hauptimportland für Strom war auch 2020 Frankreich, größter Abnehmer Österreich.“

… „Die Betreiber der großen Übertragungsnetze gehen davon aus, dass Deutschland in Zukunft stärker auf Stromimporte angewiesen sein wird, um in Extremsituationen die Stromversorgung aufrechterhalten zu können. Der Grund: Mit dem Umstieg auf Wind- und Sonnenstrom schwinde die von Wetterbedingungen unabhängige sichere Leistung im Stromsystem.“

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Abu Dhabi baut einen 2GW Solarpark. Es ist Stand heute dann einer der größten seiner Art auf der Welt. Es gibt aber noch weitere Planungen.

„Derweil laufen in Australien die Planungen für ein Solarprojekt, das die bisherigen Mega-Solarkraftwerke in den Schatten stellen dürfte. Im Norden von Australien entwickelt der Projektier Sun Cable derzeit mit dem Solarvorhaben Australia-Asean Power Link (AAPL) einen riesigen PV-Park. Das AAPL-Projekt wird den mit 10.000 MW größten Solarpark der Welt, die mit einer Kapazität von 30 GWh weltweit größte Batterie und ein 4.500 km langes Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungssystem (HGÜ) umfassen, das von der Solar-/Speicheranlage nach Darwin über Singapur und schließlich nach Indonesien verlaufen soll.“

Interessant ist sicherlich der angestrebte Preis von 1,15 Cent pro kW/h. Noch interessanter dürfte sein, welcher Energieträger für die Backup-Kapazitäten benutzt werden soll in der Nacht. Weiterlesen bei IWR.

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Der Stromreport feiert die grünen Stromquellen, die 2020 erstmals mehr als 50% des Stroms in Deutschland geliefert haben. Man kann die Daten auch anders lesen: 6 Kernkraftwerke haben 20% mehr Strom geliefert als 1,7 Millionen Photovoltaikanlagen. Zudem wurde der Strom auch Nachts geliefert.

(Quelle: Strom-Report.de CC-BY-ND)

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Frank Bosse auf Judith Curry’s Climate Etc. am 17.11.2020:

Slower decay of landfalling Hurricanes in a warmer world — really?

A recent paper published in “Nature” made some excitement in the media, see here or here. In the paper by Li & Chakraborty (L&C 2020 thereafter), the authors find a statistically significant increase of the decay time when a North Atlantic hurricane makes a landfall due to warmer SST in a warming environment. They also undertake some model-related research about the impact of these observations. The key point of the paper is the finding that warmer SSTs lengthen the decay time of hurricanes after landfalls. In L&C 2020, this is shown by figure 1f:

[…]

This means:

The SST impact on the decay time is negligible, other influences accounting for almost all variability in the decay time. The peer review process of “Nature” for L&C 2020 lasted more than 8 months, it makes wonder if there was no reviewer with some fundamental skills in statistics involved. However, this must be the case unfortunately: In the “methods-statistical significance” section the authors mention a test for autocorrelation and there is written: “(which we test using the Dublin–Watson test)”. This must be a typo, the name of the test is “Durbin– Watson”. One should hope that the peer review process of “Nature” would be improved soon to avoid overconfident, obviously flawed papers like L&C 2020.

Ganzen Artikel auf Climate Etc. lesen.

Auf PJ Media zum Hurrikan-Thema am 5.12.2020

Fact Check: Hurricanes Are Not Strengthened by Our CO2 Emissions

Over the past week, media across the world have proclaimed 2020 a record year for hurricanes in the North Atlantic. The culprit? Man-made climate change, of course. But this is a mistake, not only because the “records” are misleading but also because the causes of hurricanes are natural phenomena over which we have little or no influence.

The New Jersey-based business news channel CNBC provided several examples of the errors. On November 30, they reported: “Research shows that climate change is making hurricanes stronger and more destructive and increasing the likelihood of more frequent major hurricanes.”

Weiterlesen bei PJ Media

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Pressemitteilung der Uni Innsbruck am 11.12.2020:

Letzte Warm­zeit: Ver­stärk­te Er­wär­mung in Berg­regio­nen

Tropfsteine wie ein Lottogewinn: Stalagmiten aus zwei Höhlen in den Schweizer Alpen ermöglichen erstmals eine durchgehende Rekonstruktion der Temperaturen im letzten Interglazial. Paul Wilcox vom Institut für Geologie zeigt in einer nun publizierten Studie, dass hochalpine Gebiete von stärkeren Temperatur-Zunahmen betroffen waren als niedrigere Lagen.

Das letzte Interglazial vor etwa 129.000 bis 116.000 Jahren war die letzte Warmzeit vor der heutigen, dem Holozän. Es rückt vermehrt in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses, da ein Blick in diese Zeit möglicherweise Rückschlüsse darauf zulässt wie sich unser Klima bei weiterer Erwärmung entwickeln wird. Das letzte Interglazial war global gesehen wärmer und klimatisch instabil. Der Meeresspiegel war etwa 6 bis 9 Meter höher als heute, der grönlandische Eisschild war stark abgeschmolzen und die Temperaturen lagen etwa 2 Grad über den heutigen. Eine offene Frage ist allerdings nach wie vor, wie die Alpen zu dieser Zeit ausgesehen haben, gelten sie doch als besonders sensibel gegenüber klimatischen Veränderungen. „Es existieren Untersuchungen im Alpenvorland, die vor allem auf Analysen von organischem Material wie etwa Pollen aus diesem Zeitalter basieren. Durch einen Glückstreffer können wir diese Daten nun um zwei bislang nicht vorhandene Aspekte ergänzen: Einerseits Datenmaterial aus einer Bergregion in den Alpen mit einer sehr präzisen Chronologie. Und andererseits eine durchgehende quantitative Rekonstruktion der Temperaturen des kompletten letzten Interglazials“, freut sich Paul Wilcox. Der Geologe ist Post-Doc in der Arbeitsgruppe für Quartärforschung am Institut für Geologie der Universität Innsbruck und Hauptautor der nun im Open-Access-Journal „Communications Earth and Environment“ von Nature Research veröffentlichten Studie.

Hochalpiner Raum besonders betroffen

Tropfsteine aus zwei Höhlen in der Melchsee-Frutt-Region der Schweizer Alpen lieferten die lang ersehnte Datengrundlage für das letzte Interglazial im Alpenraum. „Es ist ein Glücksfall Datenmaterial zu finden, das so gut erhalten ist und eine durchgehende Rekonstruktion der Temperaturen erlaubt. So etwas findet sich nicht oft“, sagt Wilcox. Die Feldforschung, die zur Entdeckung dieser einzigartigen Proben führte, war eine Zusammenarbeit zwischen dem Innsbrucker Team und dem Höhlenforscher Martin Trüssel von der Stiftung Naturerbe Karst und Höhlen Obwalden in der Schweiz. Der Großteil der Analysen wurde am Institut für Geologie der Universität Innsbruck vorgenommen, das über langjährige Erfahrung in der Untersuchung von Flüssigkeitseinschlüssen verfügt, einer Methode, die von dortigen Forschern wie Yuri Dublyansky ständig weiterentwickelt wird. „Bei dieser Analysemethode extrahieren wir winzige Mengen an Wasser, das in den Kristallen der Höhlenminerale eingeschlossen ist. Wir messen die Isotopen-Eigenschaften dieses einstigen Niederschlagswassers, die es uns erlauben, quantitative Aussagen über die Temperatur vor vielen tausend Jahren zu machen. Dazu braucht es allerdings Probenmaterial, das ausreichend Spuren dieses uralten Wassers enthält – und das ist selten“, ergänzt Christoph Spötl, der dieses FWF-geförderte Projekt leitet.

Die Ergebnisse zeigen, dass das letzte Interglazial für höhergelegene Gebiete wesentlich extremer ausgefallen ist als für niedrigere Lagen. „Die Temperaturen lagen im hochalpinen Bereich um bis zu 4 Grad über den heutigen. Das sind signifikant höhere Werte als jene, die für niedrigere Lagen bekannt sind“, so Paul Wilcox. Die Geolog*innen schließen daraus, dass damals der Effekt einer höhenabhängigen Erwärmung auftrat und somit Höhenlagen im Alpenraum stärker von der Erwärmung betroffen waren. Eine klimatische Instabilität, deren Ursache bis heute nicht gänzlich geklärt ist, führte außerdem vor 125.500 Jahren zu einer plötzlichen starken Abkühlung: „Aber selbst während dieser Zeit blieben die Temperaturen im hochalpinen Bereich immer noch 2 Grad über den heutigen“, ergänzt Wilcox.

Für die Zukunft des Klimas in den Alpen verheißt das wenig Gutes, ist sich das Team einig: „Das letzte Interglazial kann nicht direkt mit dem heutigen Holozän verglichen werden, da auch Veränderungen in der Erdumlaufbahn eine Rolle spielen. Dennoch: Die Ergebnisse sind alarmierend angesichts der Beschleunigung der globalen Erwärmung durch die anthropogenen Treibhausgasemissionen – und die Gebirgsregionen sollten auf einen noch stärkeren Temperaturanstieg vorbereitet sein.“
Links

Paper: Wilcox, P.S., Honiat, C., Trüssel, M., Edwards, R.L., Spötl, C. Exceptional warmth and climate instability occurred in the European Alps during the Last Interglacial period. Commun Earth Environ 1, 57 (2020). https://doi.org/10.1038/s43247-020-00063-w

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Gute Nachrichten in der SZ im Mai 2020:

Nationalpark Harz: Wald stirbt trotz Klimawandel nicht

Der Harzwald wird sich laut Nationalparkverwaltung wegen des Klimawandels verändern, aber nicht sterben. „Damit ist die Voraussetzung gesichert, dass sich die erfreulich positive touristische Entwicklung fortsetzen kann“, heißt es in dem Tätigkeitsbericht 2019 des Nationalparks, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Das trockene und heiße Jahr 2019 habe jedoch die Waldbäume weiter geschwächt. „Diese Entwicklung hat inzwischen fast alle Wälder in weiten Teilen Deutschlands und angrenzender Länder erreicht.“

Weiterlesen in der SZ

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Science under Attack im Juni 2020:

Absurd Attempt to link climate change to cancer contradicted by another medical study

Extreme weather has already been wrongly blamed on climate change. More outlandish claims have linked climate change to medical and social phenomena such as teenage drinking, declining fertility rates, mental health problems, loss of sleep by the elderly and even Aretha Franklin’s death.

Now the most preposterous claim of all has been made, that climate change causes cancer. A commentary last month in a leading cancer journal contends that climate change is increasing cancer risk through increased exposure to carcinogens after extreme weather events such as hurricanes and wildfires. Furthermore, the article declares, weather extremes impact cancer survival by impeding both patients‘ access to cancer treatment and the ability of medical facilities to deliver cancer care.

How absurd! To begin with, there’s absolutely no evidence that global warm­ing triggers extreme weather, or even that extreme weather is becoming more frequent. The following figure, depicting the annual number of global hurricanes making landfall since 1970, illustrates the lack of any trend in major hurricanes for the last 50 years – during a period when the globe warmed by ap­proximately 0.6 degrees Celsius (1.1 degrees Fahrenheit). The strongest hurricanes today are no more extreme or devastating than those in the past. If anything, major landfalling hurricanes in the US are tied to La Niña cycles in the Pacific Ocean, not to global warming.

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