von Kalte Sonne

Liebe Blogleser. Etwas sehr Schönes ist passiert: Ein Buchladen in einer ungenannt bleibenden Stadt hat unser Buch „Unerwünschte Wahrheiten: Was Sie über den Klimawandel wissen sollten“ auf seinem Büchertisch für die Kunden aufgestellt. Vielen Dank dafür. Wenn auch Sie einen Buchladen Ihres Vertrauens haben, sprechen Sie doch mit dem Besitzer. Vielleicht kann er auch ein paar Quadratzentimeter für unser Buch opfern. Wir wollen, dass sich möglichst viele Menschen mit der realistischen Sichtweise der Klimadebatte beschäftigen. Gerade jetzt zu Weihnachten besteht die Chance, viele Menschen mit einem schönen und gleichzeitig nützlichen Geschenk zu überraschen. Wer ein von Fritz Vahrenholt signiertes Exemplar erstehen möchte, kann sich gerne bei uns melden.

Vielen Dank an den Leser, der uns dieses Foto zukommen ließ.

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Olaf Preuß und Daniel Wetzel beschreiben aus ihrer Sicht in der WELT die Situation rund um das Kraftwerk Moorburg in Hamburg. Dieses sollte eigentlich das Kraftwerk Wedel (Baujahr 1965!) ablösen, wird nun aber selber stillgelegt. Wir berichteten. Noch mal zum Mitschreiben, ein Kraftwerk mit veralteter Technik bleibt am Netz und wird mehr Emissionen ausstoßen als ein neueres, das abgeschaltet wird. Wo liegt der Sinn? Der Grüne Hamburger Umweltsenator Kerstan jubelt:

„Hier wird es keine Blackouts geben“, zeigt sich aber Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) überzeugt. „Der Kohlestrom aus dem Kraftwerk Moorburg wird die Netze im Norden künftig nicht mehr verstopfen, das macht den Weg frei für die erneuerbaren Energien.“

Wir wollen Herr Kerstan nicht zu Nahe treten, aber momentan sorgt u. a. Kohle dafür, dass es keinen Blackout gibt. Es gibt so wenig erneuerbare Energien im wind- und sonnenarmen November 2020, dass rein gar nichts verstopft wird. Die Zahlen sollten ihm doch auch vorliegen. Oder etwa nicht?

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Mehr und mehr Versicherer ziehen sich aus dem Kohlegeschäft zurück. Das berichtet die FAZ. Was der Leakage Effekt bedeutet kann man auch hier sehen:

„Allerdings ist das tätige Bekenntnis zum Klimaschutz laut der Studie weitgehend auf europäische und australische Versicherer beschränkt. Große Versicherungen in Amerika und Ostasien sowie die britische Versicherungsbörse Lloyd’s erlegen sich der Studie zufolge weniger Beschränkungen auf. Die Autoren werteten sowohl öffentlich verfügbare Informationen als auch die Antworten von 20 Versicherungen aus, die den Fragenkatalog der Klimaschützer beantworteten.“

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Wie werden sich die Treibhaus-Emissionen entwickeln? Bei Climateactiontracker kann man sich verschiedene Szenarien ansehen.

„The recent wave of net zero targets has put the Paris Agreement’s 1.5°C within striking distance. The Climate Action Tracker (CAT) has calculated that global warming by 2100 could be as low as 2.1°C as a result of all the net zero pledges announced as of November 2020.“

Nicht allen gefällt die Botschaft.

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Porsche und Siemens kooperieren in Sachen E-Fuels.

„In the pilot phase, around 130,000 liters of eFuels will be produced as early as 2022. In two further phases, capacity is then to be increased to about 55 million liters of eFuels a year by 2024, and around 550 million liters of eFuels by 2026. Porsche will be the primary customer for the green fuel. Other partners in the project are the energy firm AME and the petroleum company ENAP from Chile and Italian energy company Enel.”

Weiterlesen hier

Auch die FAZ greift das Thema auf:

„Die Herstellung von Wasserstoff sei technologisch anspruchsvoll, betonte Altmaier. Er sei stolz darauf, dass deutsche Unternehmen in diesem Feld führend seien. Das Projekt sei eine letzte Vorstufe zum Markthochlauf der Technologie. Ziel sei, in kurzer Zeit die industrielle Produktion hinzubekommen. „Wir werden den Bedarf nach grünem Wasserstoff nicht aus heimischer Energie decken“, sagte er. Deshalb müssten in Kooperationsprojekten immer mehr Länder und Unternehmen zusammenarbeiten. Damm werde es möglich werden, grünen Stahl herzustellen, eine klimaneutrale Mobilität zu ermöglichen und sogar den Luftverkehr auf erneuerbare Energie umzustellen.“

Funfact: Das Projekt wird in Chile umgesetzt. Die Investoren werden wissen warum. Vielleicht haben sie sich einfach mal die Stromausbeute aus Wind in Deutschland angesehen?

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Am geringen Anteil von Windkraft am Strommix hat sich auch am ersten Dezembertag nichts geändert. Es ist keineswegs so, dass der Kohlestrom die Leitungen verstopft, auch wenn das immer wieder kolportiert wird. Es fehlt schlicht der Wind und es fehlt die Sonne. Zum Stichzeitpunkt lieferte die Sonne so wenig, dass der Anteil unter andere aufgeführt wird. 1,74 GW war der Solaranteil bzw. 2,4% an der gesamten Stromerzeugung. Theoretisch wären 72 GW möglich, das ist nämlich die Nennleistung. Nur erzeugt die halt keinen Strom.

(Screenshot von enformer)

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Die erneuerbaren Energien schaffen neue Jobs….in China. Eine Studie von IRENA zeigt die Job-Situation auf der Welt in diesem Bereich. Vom bevorstehenden deutschen Jobwunder steht da leider nichts.

„Maßgeblicher Treiber dieser Entwicklung war und ist immer noch China. Das Reich der Mitte geht seit Jahren mit großen Schritten bei den Zukunftstechnologien voran und baut wie kein anderes Land auf der Welt Wind- und vor allem Solarkraft aus. Während sich 87 Prozent der weltweiten Arbeitskraft im Solarsektor auf nur zehn Länder verteilen, sind fast zwei Drittel davon allein in China beschäftigt. Laut dem CNREC (China National Renewable Energy Centre) entfielen so im Jahr 2019 2,2 Millionen Stellen auf das Land, das die meisten PV-Anlagen produziert und über die weltweit größte installierte Kapazität verfügt. Auf Platz zwei und drei folgen laut IRENA Japan (241.000 Jobs) und die USA (ca. 240.000 Jobs). Deutschland belegt mit 29.000 direkt und indirekt Beschäftigten Platz neun.“

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Das Kohlekraftwerk Moorburg soll 2021 von Netz gehen. Nach nur 6 Jahren im Betrieb kommt jetzt das Aus für das Vattenfall-Kraftwerk. Die Logik, neuere und effektivere Kraftwerke zu schließen, ältere Anlagen aber weiterlaufen zu lassen, erschließt sich auch bei weiterem Nachdenken nicht. Mal sehen, woher Hamburg zukünftig seinen elektrischen Strom beziehen möchte, vor allem für die Schwerindustrie im Hafenbereich. Wenn, so wie am 01.12.2020 kaum Wind weht, dann wird es spannend, auch für die Pläne am Standort Moorburg, wo zukünftig Wasserstoff produziert werden soll,  ist es eine Herausforderung. Ohne Windstrom wird auch das schwierig – siehe Abbildung enformer. Die WELT berichtet.

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Elon Musk:

„Wenn der gesamte Verkehrssektor elektrifiziert wird, brauchen wir die doppelte Menge an Strom. Dazu müssen wir die Kapazitäten von Wind-, Solar- und Atomkraftwerken erhöhen.“

How dare he? Anlässlich einer Preisverleihung war Musk in Deutschland und hat es sich spätestens mit der o. g. Aussage bei einigen Energiewende-Tesla-Fans mit Sicherheit verscherzt. Oder ist er einfach nur Realist und hat sich die aktuelle Stromausbeute aus grünen Quellen angesehen (siehe wieder Abbildung von enformer)?

„Für die Nutzung der Atomenergie, die wie erneuerbare Energiequellen CO2-frei ist, sprach er sich dabei explizit aus. „Ich bin nicht gegen Atomkraft“, sagte er, „dort, wo keine Gefahr von Naturkatastrophen wie Erdbeben besteht, ist das Risiko der Nuklearenergie sehr klein.“

Wir gehen davon aus, dass der Tesla von Aktivist und vermutlich Ex-Fan Quaschning schon bei Ebay Kleinanzeigen eingestellt ist. Den ganzen Artikel gibt es bei der WELT.

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Wir erinnern an Lamia Messari-Becker. Die Professorin gehörte einst dem Klima- Rat der Bundesregierung an wurde aber weggemobbt, weil sie es wagt eine eigene Meinung zu haben und ein eigenes Demokratieverständnis. Wir berichteten. Nun hat die Expertin für Bauphysik ein Interview bei Jörg Thadeusz gegeben. Es geht dort u. a. um das Bauen in der Zukunft, was für den Primärenergieverbrauch entscheidende Bedeutung hat. Hier kann man das Interview nachhören.

Der Beitrag Elon Musk fordert mehr Atomkraft erschien zuerst auf Kalte Sonne.

via Kalte Sonne