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 von Kalte Sonne

Warum folgen so wenig Länder in Europa Deutschland bei der Stromwende? Die Antwort könnte in den Strompreisen liegen. Eurostat listet diese für das erste Halbjahr 2020 auf. Es sind ausgerechnet die Windländer Deutschland, Dänemark aber auch das Vereinigte Königreich, die sehr weit vorn liegen bei den Konsumentenpreisen.

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Eine indigene Gruppe in Mexiko kämpft gegen ein Windkraftprojekt im Südwesten des Landes. Insbesondere die Fischer des Volkes machen Front gegen ein Projekt, welches das zweitgrößte seiner Art in Mexiko werden könnte.

„Als der Ethnologe Oliver D. Liebig 2012 das erste Mal von den Konflikten um die Windenergie zwischen den indigenen Gruppen und dem Staat hörte, ging er mit der Erwartung nach San Dionisio, die Erklärung sei im Wind selbst zu finden; es handle sich um einen Nutzungskonflikt oder um die Frage, wem der Wind gehöre. Doch auf seine Fragen bekam er von den Ikojts unerwartete Antworten.

»Fragte ich nach erneuerbaren Energien, erzählten sie vom Fischen. Fragte ich nach dem Wind, erzählten sie von der Lagune, den Fischen und Garnelen. Als ich begann, mich nach den Fischen und Garnelen zu erkundigen, sprachen sie von den Mangroven, in denen diese laichen, und von den Strömungen, die in der Lagune entstehen«, sagt Liebig. »Es stellte sich heraus, dass für die Ikojts Laichgründe, Strömungen, Mangroven und Wellen weitaus mehr im Mittelpunkt standen als der Windpark selbst. «

Den gesamten Artikel gibt es bei Spektrum.de

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Erneut wurde ein Seeadler in Vorpommern von einer Windkraftanlage erschlagen und dabei schwer verletzt. Es musste getötet werden. Das 17 Jahre alte Weibchen flog nicht gegen eine Fensterscheibe, wurde nicht Opfer einer Katze oder eines Autos. In Mecklenburg-Vorpommern brütet etwa die Hälfte des deutschen Bestandes der seltenen Tiere. Man schätzt, dass es sich um die 380 Brutpaare im Norden handelt. Der Nordkurier berichtet.

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Nicht nur in Schweden fallen Windkraftanlagen um, auch in Deutschland. RP-Online berichtet über einen Fall in der Nähe von Grevenbroich. Die Anlage war erst im September aufgestellt worden und galt als Prototyp.

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TV Tipp: Auf Arte läuft eine Dokumentation über ein Stück Natur, das man sich selbst überlässt. Im Anklamer Stadtbruch in Vorpommern darf der Mensch nicht mehr eingreifen. Rewilding nennt sich das englisch, deutsch würde man eher sagen, Natur sich selbst überlassen. Der 30 Minuten Film ist sehr sehenswert, weil es auch um wiedervernässte Moore geht, die als Kohlenstoffsenken sehr wichtig sind. Noch zu sehen ist der Film bis zum 22.02.2021.

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Eigentlich ist es erstaunlich, dass CO2 Abscheidung so gar nicht vorkommt bei den vielen Klimabewegten in Deutschland, im Gegenteil, die Technik wird ganz besonders bei Grünen äußerst kritisch betrachtet. Negative Emissionen finden nicht statt im Diskurs. Dabei schlägt das IPCC explizit vor, diese technische Möglichkeit zu nutzen, ebenso wie Aufforstung. Auch darüber hört man extrem wenig, stattdessen scheint es ausschließlich um die Verkehrswende, mehr Windkraftanlagen, Solarpanels und E-Autos zu gehen. Die Liste der Paradoxien in Sachen Klimawandel und Energiewende wird lang und länger.

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Eine Nominierung für den Auweiha Award 2020 verdient sich diesen Monat Franz Henneken.

Er ist ein treuer Fan des Aktivisten Professor Quaschning. Und als Bewohner der Quaschning- Welt muss man immer aufpassen, dass nichts in die eigene Blase sticht. In diesem Fall geht es um die hier auch schon vorgestellte Dokumentation über grüne Energie auf ARTE. Die kann nämlich, da offenbar kritisch, nur von der fossilen Autoindustrie stammen. Wie schräg kann man denken und sich vorstellen, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender Gefälligkeitsdokumentationen erstellt?

Wenn Franz Henneken die Dokumentation angesehen hätte und wie schlecht der französische Hersteller Renault dabei wegkommt, dann hätte der Mann vielleicht sogar etwas sinnvolleres geschrieben als eine Verschwörungsvermutung. Sein Herr und Meister Quaschning selbst schreibt besser gar nichts zu dem Thema, was Bände spricht. Es soll nicht sein, was das eigene Narrative gefährden könnte. Eine kritische Auseinandersetzung ist das allerdings nicht.


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„Der Klimawandel – eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes steht uns bevor. Verändert unsere Erde. Verändert unser aller Leben. Das Fiasko scheint unaufhaltsam. Bis die drei Supermächte China, Russland und die USA einen radikalen Weg einschlagen. Doch wird diese starke Klima-Allianz das Ruder noch herumreißen? Die Maßnahmen der Allianz greifen gravierend in das Leben der Menschen ein, und nicht jeder will diese neue Wirklichkeit kampflos akzeptieren. Alle Mittel sind den Gegnern recht, um ihre ökonomischen und machtpolitischen Interessen zu verteidigen. Die Situation spitzt sich dramatisch zu, und plötzlich liegt das Schicksal der Erde in den Händen eines schüchternen Kochs und einer unscheinbaren Geheimagentin.“

Ja, richtig gelesen, ein schüchterner Koch und eine unscheinbare Geheimagentin retten die Klimawelt. Es ist die Inhaltsangabe aus dem Buch „Der neunte Arm des Oktopus“ des Drogeriemarktchefs Dirk Rossmann. Auf welche Zielgruppe Rossmann wohl schielt? Schüchterne Köche, unscheinbare Geheimagentinnen oder ganz normale Klimabewegte? Weitere Informationen zu dem Werk, das sogar TV Werbung bekommt, gibt es hier.

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Einen interessanten Artikel zum Thema E-Fuels gibt es bei Firmenauto.de

„Der Gesamtwirkungsgrad der synthetischen Kraftstoffe ist auf den ersten Blick aufgrund der zahlreichen Umwandlungsschritte also schlechter und die Herstellung teurer. Mit dem dargelegten Prinzip ließe sich ein Wirkungsgrad von etwa 60 Prozent erreichen. Oder anders gesagt: Nur 60 Prozent der eingesetzten erneuerbaren elektrischen Energie lässt sich als chemische Energie im Kraftstoff speichern. Außerdem setzt in Deutschland der geringe Anteil an erneuerbaren Energien der Produktion enge Grenzen. Und die notwendigen Produktionsanlagen für strom­basierte Kraftstoffe müssen erst entwickelt werden.“

Den ganzen Artikel gibt es hier.

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Und noch ein TV Tipp: Wieder mal gibt es auf ARTE interessantes zu entdecken. Man muss gar nicht nach Südamerika gehen, wenn es um Lithium geht. In Portugal werden große Vorkommen vermutet. Spielt sich hier die nächste Folge aus der Serie: „Wir zerstören die Natur, um das Klima zu schützen“ ab? Noch zu sehen ist der Film bis 06.12.2020 bei ARTE.

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Der Parteitag der Grünen ist gerade vorbei. Wir machen uns jetzt einmal einen Spaß und schauen uns einen Beschluss an und ersetzen im Geiste Gentechnik bzw. nachfolgende Begriffe durch Erneuerbare Energien und kommen ins Grübeln. Die Grünen sind die Partei, die zwei unterschiedliche Maßstäbe ansetzt. Risikoforschung lieber immer nur dort, wo man ohnehin fremdelt. Und, man fragt sich, wie es gelingen konnte in sehr kurzer Zeit Impfstoffe gegen Covid19 zu entwickeln. Konsequenterweise müssten Grüne eine Impfung durch die neuartigen Impfstoffe ablehnen, denn auch dort handelt es sich um Gentechnik.

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Wenn kein Wind weht, dann weht kein Wind. Die Hoffnung, dass irgendwo in Europa schon genügend Wind vorhanden ist, um daraus Strom zu gewinnen, bewahrheitet sich nicht immer. Wahrscheinlich ist man im vereinigten Königreich gerade ganz froh, dass es Erdgas gibt. Auf 1,7% Anteil kommt der Wind bei der Erzeugung von Strom am 26.11.2020 um 09:20.

Warum sollte es den Erzeugern auf der Insel anders gehen als im Rest Europas? Blau steht bei Ventusky für geringe Windgeschwindigkeiten.

Boris Johnson hatte gerade unlängst erklärt, er wolle das Saudi-Arabien für Wind werden. In der Analogie würde das bedeuten, das Öl der Saudis wäre ab und zu einfach weg.

Der Beitrag Ein schüchterner Koch und eine unscheinbare Geheimagentin retten die Klimawelt erschien zuerst auf Kalte Sonne.

via Kalte Sonne